IB Online (5/10): eine kleine Netzschau

Die heutige Netzschau dreht sich räumlich und inhaltlich um recht unterschiedliche Themen, nämlich die Vergabe des Nobelpreises an die Europäische Union, die TV-Debatten der US-Präsidentschaftskandidaten und ihrer Vertreter, den Friedensschluss zwischen Rebellen und Regierung auf den Philippinen und die bevorstehenden Verhandlungen zwischen Rebellen und Regierung in Kolumbien und den vermeintlichen Krieg der Zukunft: den Cyberwar.

Am Freitag ist die Europäische Union bekanntermaßen mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Der Wortlaut der Begründung des Nobelkomitees lautet, „die Union und ihre Vorgänger haben über sechs Jahrzehnte zur Förderung von Frieden und Versöhnung beigetragen“. Diese Versöhnung Europas sei nach 1945 Wirklichkeit geworden. Die Entscheidung hat Verwunderung, Kritik und zu Zustimmung ausgelöst. Informationen zu diesem Vorgang, dem Nobelpreis sowie ein etwas seltsam anmutendes Interview mit Kommissionspräsident Barroso findet sich auf der Internetseite des Nobelpreiskomitees. An dieser Stelle sei auf lesenswerte Reaktionen aus dem englischsprachigen Raum verwiesen. Auf The Monkey Cage lobt Eric Voeten die EU als verdienten Preisträger, während Steve Saideman argumentiert, Organisationen wie die NATO aber nicht die EU hätten die Auszeichnung verdient. Patrick Stewart wertet die Ehrung vor allem als Ausdruck einer Agenda, als Verpflichtung der EU die Rolle des Friedensstifters in Zukunft zu wahren.

Auf der anderen Seite des Atlantik befindet sich der Friedensnobelpreisträger von 2009 Barack Obama auf der Zielgeraden des Kampfs um das Amt des US-Präsidenten (am morgigen Dienstag, den 16. Oktober 2012 steht das zweite TV-Duell mit Herausforderer Romney an: ab 2.50 Uhr live im ZDF). Micah Zenko bietet in seinem Blog des Council on Foreign Relations eine lesenswerte Analyse des TV-Duells der Vertreter von Obama und Romney, nämlich Biden und Ryan, an. Die Foundation for Political, Economic and Social Research aus Ankara identifiziert die außenpolitischen Herausforderungen und Perspektiven, denen sich der neue US-Präsident im Nahen Osten konfrontiert sieht. In der aktuellen, frei zugänglichen Ausgabe von International Affairs finden sich desweiteren Beiträge zur Außenpolitik der USA und ihrer jüngsten Präsidenten.

In den vergangenen Netzschauen und Beiträgen haben wir bereits mehrfach anstehende Verhandlungsprozesse zwischen staatlichen Akteuren und nicht-staatlichen Gewaltakteuren thematisiert. Ein neuer Report des Carnegie Endowment for Peace fokussiert auf die Taliban, ihre mögliche Rückkehr an die Macht und die Chancen einer Rückkehr an den Verhandlungstisch. In Kolumbien stehen derweil Verhandlungen zwischen der Regierung und der FARC kurz bevor. Dazu ein Hintergrundbericht der International Crisis Group. Auf den Philippinen schließlich haben die Verhandlungen zwischen der Regierung und der Moro Islamic Liberation Front (MILF) nach 15 Jahren endlich zu einem Friedensschluss geführt. In einem Blog des Council on Foreign Relations wird diskutiert, ob die Lehren aus diesem Abschluss für die Regierung Thailands in ihrer Auseinandersetzung mit Rebellen von Nutzen sein könnten.

Zum Abschluss sei noch auf aktuelle Beiträge zum Thema Cyberwar hingewiesen. Auf dem Sicherheitpolitik-Blog findet sich ein lesenswerter Kurzbeitrag samt Video zur Frage, was Cyberwar ist und ob der Begriff überhaupt zutrifft (das Blog hat übrigens ein Faible für Cyberwar-Geschichten!). Die Washington Post wartet heute mit einem ausführlichen Artikel zu aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen im WWW und der Einschätzung von US-Verteidigungsminister Leon Panetta auf. Schließlich sei noch auf ein Mit offenen Karten zu Internetkriminalität und auf die folgende, spannende ARTE-Dokumentation „Vom Digitalangriff zum Cyberkrieg“ verwiesen:

Es gibt zu den Themen dieser Netzschau noch andere spannende Links? Wir freuen uns über Ergänzungen und Anmerkungen in den Kommentaren!

4 Kommentare

  1. Danke für die neue Netzschau! Hat sich nur ein kleiner Fehler eingeschlichen, ganz am Anfang heißt es “den Friedensschluss zwischen Rebellen und Regierung in Indonesien” – später sind es dann die Philippinen… Macht weiter so!

  2. Danke! Und gleich behoben

  3. [...] unserer letzten Netzschau hatten wir bereits auf die neue Dynamik im Friedensprozess in Kolumbien verwiesen (eine kurze [...]

  4. [...] Aktuell wird sie beispielsweise in Kolumbien praktiziert, für Afghanistan diskutiert und im Fall der Philippinen als Schlüssel zum Frieden [...]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 723 Followern an

%d Bloggern gefällt das: