IB Online (2/12): Eine kleine Netzschau

In der Netzschau von dieser Woche gibt es einen Streifzug zum Thema „Popkultur und IB“, unterschiedlichen theoretischen Debattenbeiträgen sowie einem Potpourri bemerkenswerter Links.

Es geht auf Weihnachten zu – dies scheint sich auch in der (westlichen) Blogosphäre niederzuschlagen. Die Debatten, die derzeit in den Blogs zu finden sind, regen mich nicht gerade zur Begeisterung an: die Amerikaner diskutieren zum Beispiel über die geplante Ernennung der derzeitigen UN-Diplomatin Susan Rice zur neuen Außenministerin. Ebenso sind die Blogs voll von Debatten über die Besetzungspolitik der Faculties an amerik. Unis – dazu kommen natürlich noch Beiträge zu den Themen, die wir Euch in den letzten Wochen schon präsentiert haben. Deswegen heute mal etwas „abseitige“ Links.

Popkultur und IR

Anknüpfend an einen Blogpost in einem Star Wars-Blog, in dem John Powers das Lucas’sche Konzept der „used future“ (soll heißen „a future with a past“) vorstellt, diskutiert der Dart-Throwing Chimp in seinem Blog das Konzept der „used future“ in Bezug auf das Staatskonzept. Zwei tage später erläutert er seine Idee nochmals anhand der ägyptischen Verfassung: „As Egypt is reminding us, though, real-world constitutions are not elegant constructs that have been meticulously designed to guide the development of a harmonious new society. More often, they are collages composed of disparate elements, each with its own historical provenance.“ Es darf hierzu angemerkt werden, dass in den USA in diesen Tagen ebenfalls gefordert wird, die Regierung möge doch bitte einen Todesstern bauen.

Aber auch die andere stilprägende SciFi-Franchise wird in rezipiert: Christopher Schmitz vom Blog des Göttinger Institut für Demokratieforschung schreibt über Demokratie im Star-Trek-Universum und ihre Betrachtung in der Politikwissenschaft Fraenkels.

Die Kings of War befassen sich derweil eher mit irdischen Themen: in ihrem Post zum neuesten Bond ziehen sie ein Fazit zu human agency, Allianzpolitik und der Zukunft UKs. Derweil gibt es auf Duck of Minerva einen netten Beitrag zu Maskulinität und “ambiguoulsy gay villains” in Skyfall. Zu guter Letzt findet Ihr hier einen Artikel, welcher der Bond-Gegenspieler mit seinem Plan tatsächlich Erfolg gehabt haben könnte.

Auf ForeignPolicy.com wird dagegen besprochen, welche Lerneffekte das PC-Spiel “XCOM: Enemy Unknown” für Politikwissenschaftler bereitstellen kann: “I learned more about basic infantry tactics from XCOM: Enemy Unknown than any other game I’ve played. One reason is that it’s turn-based, so instead of the mob tactics found in shooter games, you have time to analyze the situation.”

Abgerundet wird das Thema zu “Popkultur und IB” heute mal gangnam-style: der International Security Discipulus befasst sich mit Südkoreas soft power jenseits von Psys Welthit. Auf der Seite des Time Magazine wird derweil diskutiert, ob Psy “person of the year” werden sollte – trotz einiger Kontroversen ob seiner Einstellung zur USA.

Theorie

Theorie – entweder, man liebt sie, oder man möchte sie am liebsten verfluchen. So scheint es zumindest den meisten PolitikwissenschaftlerInnen zu gehen. Phil Arena hat jetzt dazu einen netten Beitrag zum “enduring value of IR theory” verfasst, der vielleicht nicht immer nur Zustimmung, aber doch zumindest ein “kritisches Befassen” ernten wird.

Derweil wird auf anderen Blogs das Thema “Asien und IB (-Theorie)” behandelt: auf theorytalks.com gibt es ein Interview mit Yan Zuetong “on Chinese Realism, the Tsinghua School of International Relations, and the Impossibility of Harmony”; die Duck of Minerva hat einen Beitrag zu “IR and the rise of China” für Euch parat; und Stephen M. Walt bloggt augenzwinkernd über einen neuen Strang der IB-Theorie: “Confusionism”.

Zwei andere Links möchte ich Euch nicht vorenthalten, auch wenn ich sie nicht direkt thematisch in Beziehung setzen kann. Auf Circuit: International Relations and Information Technology findet sich ein interessanter Artikel zu Benedict Andersons Konzept der “imagined community” (welches er bekanntermaßen für Nationen benutzt hat) und online communities. Und politicalviolenceataglance.com befasst sich mit “ungoverned spaces”, was sie von “failed states” abgrenzen und somit für mehr Trennschärfe sorgen wollen.

Potpourri

Neues von Kony bzw. der Kampagne von Invisible Children: auf ForeignPolicy.com wird der aktuelle Stand der Jagd auf Kony dargestellt, während auf dem CIHA Blog die Meinung vertreten wird, dass die Kampagne von Invisible Children amerikanischen Jugendlichen einen Grund zur politischen Betätigung gibt.

Auf dem Sicherheitspolitik-Blog schreibt Ben Kamis (sehr lesenswert) über Cyberwar und welche Staaten diesen Begriff am häufigsten “versicherheitlichen”. Erstaunlicherweise ist Deutschland in der Gruppe der ausgewählten Staaten auf Platz #1.

Und zuletzt noch drei Links, die vielleicht zum Schmunzeln anregen: auf Salon.com wird berichtet, dass Bill Clinton während seiner Amtszeit ganze zwei (!) e-Mails verfasst hat – eine an die amerikanischen Truppen in der Adria, die andere an John Glen, der derzeit mit 77 Jahren nochmal ins Alter geschickt worden war. Dagegen hat das (famose) WhyDev.org-Blog einen Beitrag zu “zwischenmenschlichen Beziehungen in der Entwicklungszusammenarbeit” erstellt – “love is actually all around in the development world”. Und die Politicsoutdoors denken darüber nach, warum Proteste erfolgreicher sind, wenn die Protestierenden nackt sind.

Beendet wird die dieswöchige Netzschau von Adam Sandler – happy Chanukah!

Es gibt zu den Themen dieser Netzschau noch andere spannende Links? Wir freuen uns über Ergänzungen und Anmerkungen in den Kommentaren!

2 Kommentare

  1. [...] falls Ihr heute noch ein bisschen weiter stöbern wollt, möchte ich Euch gern nochmal auf unsere heutige Netzschau und auf Janusz‘ letzten Post zur Bedeutung internationaler Anerkennung  aufmerksam machen – [...]

  2. [...] falls Ihr heute noch ein bisschen weiter stöbern wollt, möchte ich Euch gern nochmal auf unsere heutige Netzschau und auf Janusz‘ letzten Post zur Bedeutung internationaler Anerkennung  aufmerksam machen – [...]

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