IB Online (KW 28): eine kleine Netzschau

Rasend schnell ist die letzte Woche herumgegangen. Leider ist die tägliche Netzrecherche dabei zu einer nicht-täglichen Tagesrandbeschäftigung verkommen. Dank eines neu installierten Add-ons namens „Pocket“ aber konnte ich im Unterschied zum letzten Mal die gesammelten Links wenigstens speichern und besser organisieren.

Zugegebenermaßen sind mir im IB-Netz vor allem wieder Beiträge über Gewalt, Konflikt und Rüstung aufgefallen. Daher: Wenn ihr gute Blogs, Journals usw. zu anderen Themen der globalen Politik (bspw. EZ) kennt, postet sie gern in die Kommentarzeile unter diesen Post.

Aber nun: Los geht das! Die Fundstücke der Woche habe ich drei Themenblöcken zugeordnet: der Malikonflikt, der Schutz von Zivilisten in bewaffneten Konflikten, organisierte Kriminalität.

found @ http://thedailynewsegypt.comMali: Ehrlich gesagt ist er nicht mehr taufrisch, aber hinter dem Link verbirgt sich eine Bildergalerie, die die Schätze der malischen Stadt Timbuktu vor und während ihrer Zerstörung zeigt – oder wie Foreign Policy titelt: „Shrines into Stones“.

Schutz von Zivilisten: Wie viele „normale“ Medien auch hat Duck of Minerva über die Entscheidung des Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) berichtet, seine Einschätzung des Syrienkonflikts als nicht-internationaler bewaffneter Konflikt öffentlich zu machen. Über DoM bin ich auf das Lawfareblog gestoßen. Dort spielt sich gerade eine interessante Diskussion [scrollt und achtet auf das Kürzel LOAC] über die Anwendung des humanitären Völkerrechts ab: im ganzen Land oder nur in bestimmten Zonen? Wenn ich mich nicht vertue, ist die Frage ein Erbe von George W. Bush und das Thema heiß umkämpft.

Apropos Schutz von Zivilisten in nicht-internationalen bewaffneten Konflikten: Ich bin vorgestern auf taz.de unterwegs gewesen und habe gesehen, dass die taz  – wie Amnesty auch – die zur Zeit in Frankfurt und Stuttgart laufenden Kriegsverbrecherprozesse “Ruanda“ und „Kongo“ intensiv begleitet. Sehr zu empfehlen! Besonders lesenswert ist das Interview mit dem ehem. „Militärrichter“ der FDLR über die Regeln im Krieg und das Töten von Zivilisten.

Afghanistan ist einer der Dauerbrenner der internationalen Politik und auch für die kleine Netzschau interessant. Die kürzlich abgehaltene Afghanistankonferenz endete mit dem Beschluss, auch nach dem Abzug der ISAF-Truppen das Land mit ca. 13 Milliarden Euro zu unterstützen. Aber: Gezahlt werde nur, wenn Präsident Karsai und Co. endlich mehr gegen die organisierte Kriminalität tun. Roland Paris widmet sich der Frage nach dem Sinn und Zweck dieser Einschränkung angesichts der endemischen Korruption, des grassierenden Drogenhandels usw.

In diesem Zusammenhang will ich auf drei sehr lesenswerte „Texte“ verweisen, die sich der organisierten Kriminalität widmen. Erstaunlicherweise fristet das Thema in den Internationalen Beziehungen und anderen politikwissenschaftlichen Disziplinen ein ziemliches Schattendasein (aus Frankfurt sind mir Anja Jacobi und Cornelius Friesendorf als dazu Forschende bekannt).

found @http://i33.tinypic.com/2u961xg.jpgVöllig zu Unrecht! Also: Unter diesem Link verbirgt sich eine multimediale Einführung des Council on Foreign Relations (CFR) in das Thema transnationales, organisiertes Verbrechen. Das CFR hat auch eine Blogreihe, in der Stewart Patrick über mögliche Strategien der Bekämpfung von organisiertem Verbrechen nachdenkt: „How to attack transnational crime“.  Und schließlich noch ein Hinweis für Zeitungsleser: Die Le Monde diplomatique hat in der aktuellen Ausgabe ein starkes und leicht verstörendes Stück zu organisierter Kriminalität in Mexiko abgedruckt. Der Titel: Hoffnung auf Ruhe durch Korruption.

So, das war’s schon. Eigentlich wollte ich wie letzte Woche die Waltz-Debatte wieder  aufnehmen, aber hab mich ob der Länge des Posts nun kurzfristig anders entschieden. Daher nur ganz kurz hier der Hinweis auf eine Kritik an Waltz auf „the smoke filled room“ und eine sehr gute, multimediale Einführung zum Iran-Konflikt auf cfr.org.

Jetzt aber, das wäre es zur letzten Woche. Der Post ist wieder recht lang geworden. Wir überlegen gerade wie wir das Format „kleine Netzschau“ anpassen können, um die Texte kurz zu halten, auch andere Themen aufzunehmen und in kürzeren Abständen sowie regelmäßiger zu posten. Dazu wahrscheinlich schon beim nächsten Mal mehr.

2 Kommentare

  1. Wieder einmal ein interessaner Überblick! Auf eine Sache bin ich diese Woche gestoßen, die ich gerne noch ergänzen würde, mit Blick auf den Schutz von Zivilisten in bewaffneten Konflikten: Das ursprünglich mal von George Clooney und John Prendergast, einem Mitgründer des Enough Project, erdachte Satellite Sentinel Project, das mit Hilfe von Staellitenbildern ung Google Maps Truppenbewegungen in Sudan und Südsudan nachzeichnete, um auf bevorstehende Gewalteskalationen und Massenverbrechen hinzuweisen, hat den Abschlussbericht über die Probelaufzeit veröffentlicht.. Siehe auch: http://satsentinel.org/

  2. […] Janusz letzte Woche bereits ein neues Format unserer kleinen Netzschau angekündigt hatte, werden wir mit dem heutigen […]

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: