IB Online (2/8): eine kleine Netzschau

In der heutigen Netzschau stehen Kriege im Mittelpunkt – Kriege der Zukunft, der Gegenwart und der Vergangenheit.

Als in Deutschland die Debatte über die Anschaffung bewaffneter Drohnen für die Bundeswehr aufkam, wurden hierzulande das für und wider des Einsatzes solcher Kampfdrohnen diskutiert. Wie sich die Kriegsführung durch neue Technologien verändert, welche ethischen und rechtlichen Herausforderungen diese bergen und welche Grenzen ihnen gesetzt sind, ist indes kein neues Thema in der globalen Politik (einen guten Überblick gibt es auf longstrangejourney.com). In seinem Beitrag „Joystick statt Abzug?“ im Magazin für Außen- und Sicherheitspolitik fasst Christian Weidlich die zentralen Fragestellungen zusammen.

In der vergangenen Woche griffen drei große englischsprachige Tageszeitungen einmal mehr diese Debatte auf. Der Guardian stellt fest, dass mit dem steten Anstieg der Einsätze von Drohnen die industrialisierte Kriegsführung ihren Höhepunkt erreiche: „a clean factory of slaughter with no physical blood on our hands and none of our own side killed“. Die Washington Post konstatiert mit der „emerging drone culture“, eine unumkehrbahre orwellianische Entwicklung, deren Nutzung und Verbreitung nun enge Regeln gesetzt werden müssten. Wie die „Piloten“ der Drohnen selbst mit ihrer Rolle umgehen, zeigt ein Artikel der New York Times. Ein Beitrag auf Kings of War stellt vor diesem Hintergrund fest, dass die räumliche und moralische Distanz möglicherweise geringer sei, als gemeinhin angenommen und „humans may not yet be written out of the script“. Ebenfalls im Guardian finden sich eine Analyse der rechtlichen Aspekte von Drohnenangriffen und ihrer Vereinbarkeit mit Völkerrecht und Menschenrecht sowie eine „Karte“ der Drohnenangriffe in Pakistan basierend auf den Daten des Bureau of Investigative Journalism.

In der ersten Ausgabe unserer Netzschau hatten wir bereits auf den inzwischen vieldiskutierten Artikel von Kenneth Waltz zur atomaren Bewaffnung Irans berichtet. Das Thema hat seitdem die Agenden der globalen Politik nicht verlassen (eine weitere Replik gibt es im Smoke-Filled Room). Im Lichte des US-Wahlkampfes werden auf e-IR.info verschiedene Szenarien eines Militärschlags gegen Iran aufgezeigt, während das Center for Strategic & International Studies eine völkerrechtliche Betrachtung eines Angriffs auf die iranischen Nuklearanlagen bereit hält. Schon etwas älter aber immer noch anschaulich und aufschlussreich ist die untenstehende Ausgabe der arte-Sendung „Mit offenen Karten“ zu einem möglichen Präventivschlag gegen den Iran.

Von den Krisenherden der heutigen Zeit zurück zu einer der heißesten Phasen des Kalten Krieges. Vor nunmehr 50 Jahren ließ die Kubakrise die Welt den Atem anhalten: Die geplante Stationierung sowjetischer Mittelstreckenraketen auf Kuba führte die beiden Supermächte an die Grenze eines bewaffneten Konflikts. Über die Ereignisse des Oktobers 1962 und den Entwicklungen bis zum Höhepunkt der Krise berichten sowohl ein Artikel auf Foreign Affairs als auch Foreign Policy mit zahlreichen Beiträgen. Dort lassen sich auch in Echtzeit die Ereignisse der Kuba-Krise vor 50 Jahren via Twitter-Account nachverfolgen. Einen anderen Blick auf die Geschehnisse wirft die kubanische Tageszeitung Granma.

One comment

  1. Sehr guter Artikel. Vielen Dank😉

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