IB Online (4/8): eine kleine Netzschau

Das Bretterblog reiht sich in die Reihe der Olympia-Rückblicke ein und hat sich im Netz umgeschaut, wie der Medaillenspiegel mit der globalen Politik in Verbindung gebracht wird. Außerdem gibt es Links zu den jüngsten Entwicklungen in Ägypten, theoretischen Ansätzen zur Entwicklungspolitik, Wandel in Somalia, Staatszerfall in Mali und zum Konflikt zwischen Libyen und dem ICC.

Was hat der Medaillenspiegel  bei den Olympischen Spielen mit der globalen Politik zu tun? Ohne Frage ist das Abschneiden bei den Olympischen Spielen für die großen Sportnationen überaus prestigeträchtig – gerade die Konkurrenz um das bessere Abschneiden zwischen den USA und China stand bei den Spielen von London im Vordergrund. Die Neue Zürcher Zeitung zeigt eine andere Weltordnung auf, die den Medaillenspiegel ins Verhältnis zur Bevölkerung setzt und so ordentlich durcheinanderwirbelt. Spannender ist die Analyse bei Foreign Policy, die den Medaillenspiegel entlang globaler Rankings analysiert. Weder der Failed State Index, noch das Korruptionsranking, noch die Bevölkerungszahl, noch das größte wirtschaftliche Wachstum, noch die Größe der Olympiamannschaft seien verlässliche Indikatoren. Anders sieht es mit den Rüstungsausgaben aus, die auf den ersten vier Plätzen exakt mit den Top-Medaillengewinnern übereinstimmen und auch den Rest der Top-Ten weitgehend widerspiegeln. John Norris resümiert: „Want to win the Olympic Games? Buy a bunch of overpriced tanks and fighter jets.”

Wie sehr lässt sich das Ergebnis der Revolution in Ägypten auch als tatsächliche Veränderung des politischen Systems begreifen? Dieser Frage geht Ewan Stein Für das International Institute for Strategic Studies nach und zeichnet die komplexen Konfliktlinien eins vermeintlichen „intra-regime coup“ nach. Im Smoked-Filled Room werden die jüngsten Ereignisse in Ägypten, insbesondere der Sinai-Halbinsel (zu den Reaktionen auf den Anschlag: openDemocracy.org) zusammengefasst und die Perspektiven für die Regierung Ägyptens erläutert. Im RAND Blog wird der Austausch der militärischen Führung am vergangenen Wochenende als grundlegender Wandel der Machtstrukturen Ägyptens gewertet. Etwas länger aber umso informativer ist Al Jazeera’s „Inside Story – Has Egypts Revolution Been Hijacked“:

Der Auftakt zu einer Blogpost-Serie zur Frage „What is Development?“ findet sich beim Centre for Global Development. Die Serie konzentriert sich auf die Implikationen von Komplexitätstheorien für Entwicklung. Dort findet sich auch die zugrundeliegende Vorlesung. Auf Aid on the Edge of Chaos hat Ben Ramalingam seine „Conversations on Complexity“ mit der kürzlich verstorbenen Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom zusammengetragen. Auch hier steht die Frage nach den Lehren von Komplexitätstheorien für Entwicklung(shilfe) im Mittelpunkt.

Abschließend sei als Nachtrag im Anschluss an verschiedene Links zu aktuellen Themen auf dem afrikanischen Kontinent in den vergangen Netzschauen auf den Beitrag zu „Somalia’s Struggle for Normalcy“ auf UN Dispatch verwiesen, der die Herausforderungen auf dem Weg zu einer Regierung umreißt. Auf Think Africa Press wird das Patt zwischen Libyen und dem International Strafgerichtshof im Streit um den Prozess von Saif al-Islam Gaddafi und Abdullah al-Senuss analysiert. Und die International Crisis Group analysiert den Staatszerfall in Mali.

 

Es gibt zu den Themen dieser Netzschau noch andere spannende Links? Wir freuen uns über Ergänzungen und Anmerkungen in den Kommentaren!

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