IB Online (7/8): eine kleine Netzschau

Daily Life in Mogadishu, UN Photo/Stuart Price

Die heutige Netzschau ist ein kleines Afrika-Spezial. Ich habe ins Netz geschaut und Artikel, Paper und Blogbeiträge zu der Krise in Mali, dem Treiben von Boko Haram in Nigeria, dem Transitionsprozess in Somalia, der Suche nach Joseph Kony, dem Tod des äthiopischen Präsidenten Meles Zenawi und dem Gestaltwandel afrikanischer Rebellenführer zusammengetragen.

Vorweg aber ein Hinweis jenseits der folgenden Berichte zu krisengeschüttelten afrikansichen Staaten: Wie technische Innovation – von der iCowApp über den Hippo Water Roller bis zu den Speaking Books – Entwicklung in Afrika  voranbringen, hat The Guardian in seiner Rubrik Global Development aufgelistet – ein Klick lohnt sich!

In der letzten Netzschau haben wir ja bereits einen Blick auf transnationale Kriminalität geworfen, die nicht nur in Lateinamerika sondern auch in Afrika von großer Bedeutung ist. Im Global Policy Forum erläutert Abdelkader Abderrahmane wie der Drogenhandel das Machtvakuum in Mali auszufüllen beginnt. Er verweist außerdem auf die regionale Sicherheitsdimension, da der Drogenhandel eine der zentralen finanziellen Triebfedern der Konflikte in der Sahelzone bilde. Einen anderes Schlaglicht wirft Mark Kersten auf Justice in Conflict auf die Krise in Mali: Er zeigt auf, welche Rolle der Internationale Strafgerichtshof (ICC) in der Verfolgung von „crimes against cultural property“ spiele und warum die Ermittlungen des ICC in Mali so wichtig sind. Ein erster Bericht zur neuen Regierung in Mali findet sich im Sahel Blog.

Wie einzelne Konflikte, Drogenhandel und nicht-staatliche Gewaltakteure zur „Instabilität in der Sahelzone“ beitragen, zeichnet Arte’s Mit offenen Karten wieder einmal konzise nach. Wenn auch schon vor zwei Monaten ausgestrahlt, erklärt die Ausgabe einiges zu den aktuellen Herausforderungen.

Eine der terroristischen Bewegungen in der Sahelzone ist Boko Haram im Norden Nigerias. Das United States Insitute for Peace veröffentlichte bereits im Mai einen Bericht, der der Frage nachgeht, was Boko Haram eigentlich sei. In den IISS Voices findet sich ein Beitrag der mit den Gerüchten über die globalen Ambitionen und Verbindungen Boko Harams zu Al Qaida aufräumt. Vielmehr sei Boko Haram einer der zentralen Akteure in den regionalen Waffen- und Drogennetzwerken der Sahelzone.

Wie es um den Transitionsprozess in Somalia bestellt ist und wo die Herausforderungen für einen erfolgreichen Neuanfang liegen, analysieren die International Crisis Group und das Sahel Blog. In diesem Kontext sei zudem auf die ARD-Reportage „Im Land der Piraten“ verwiesen, die heute abend ausgestrahlt wird. Dass die militärischen Erfolge in Somalia, u.a. der Friedensoperation der Afrikanischen Union, zwar dafür gesorgt haben die al-Shaahab Milizen aus Mogadishu zurückzudrängen, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass dies die Probleme nur (räumlich) verlagert. So wird in den IISS Voices neben diesen Erfolgen in Somalia von den jüngsten Aktivitäten von al-Shaahab in Nairobi im benachbarten Kenia berichtet.

Wie Guinea-Bissau mit den Folgen des Coups im April 2012 umgeht und welche Perspektiven die neue Übergangsregierung hat, zeigt diese Mini-Reportage der International Crisis Group:

Ebenfalls im Sahel Blog findet sich eine Zusammenstellung von Informationen zu Reaktionen auf den Tod des äthiopischen Präsidenten Meles Zenawi und politische Perspektiven – dazu auch ein Briefing-Paper der International Crisis Group.

Und auch auf Justice in Conflict bin ich diese Woche gleich zweimal fündig geworden: Dort werden Hinweise zusammengetragen, dass Joseph Kony sich inzwischen im sudanesischen Darfur aufhalteder Kony den Invisible Children mithilfe einer breitangelegten Kampagne in Uganda aufspüren wollte (hier zu dem umstrittenen Video und hier zu einem Überblick und einer Auseinandersetzung mit der Kritik)

Abschließend sei auf den Beitrag von Barbara Walter auf Political Violance @ a Glance in der „Would Someone Please Explain This to Me“ Serie des Blog verwiesen, die erklärt, warum aus so vielen afrikanischen Rebellenführern Diktatoren werden. Sie sieht die Hauptursachen für dieses Phänomen im Ressourcenfluch gepaart mit den schwachen politischen Institutionen.

Es gibt zu den Themen dieser Netzschau noch andere spannende Links? Wir freuen uns über Ergänzungen und Anmerkungen in den Kommentaren!

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