IB Online (3/11). Eine kleine Netzschau

US Army/Spc. Eric Bartelt // http://images.recordonline.com/

Die Netzschau der Woche widmet sich diesmal tagesaktuellen Themen: es geht um den Konflikt zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen und den Skandal um den amerikanischen CIA-Direktor David Petraeus. Außerdem haben wir Links zum UN-Report über das Ende des Bürgerkrieges in Sri Lanka zusammengetragen.

Israel und die Hamas (das Council on Foreign Relations hat einen übersichtlichen Hintergrundguide bereit gestellt) im Gazastreifen stehen erneut vor einem Krieg: Angriffe beider Seiten, unter denen vor allem Zivilisten zu leiden haben, finden seit einiger Zeit statt (auf Foreign Policy gibt es ein paar grundlegende Fragen und Antworten zu dem Konflikt). Während einige deutsche Medien durchaus einseitig berichten, gibt es Kritik an diesem Krieg, der auch über Twitter ausgefochten wird (einen Kommentar dazu haben auch die Kollegen vom sicherheitspolitik-blog.de geschrieben), auch von israelischer Seite: die Jerusalem Post argumentiert, dass die militärische Strategie die Verhältnisse im Gazastreifen nicht verändern werde (ähnlich auch hier die Foreign Affairs). Unterdessen haben die UN die Gewalt verurteilt und Gesprächen der Parteien aufgerufen – und auf dem Blog e-International Relations wird dargestellt, wie das nationale Interesse der Mitglieder des Sicherheitsrats sich auf den Konflikt auswirkt. Die Foreign Affairs überlegt derweil, welche Rolle Ägypten bei einer Konfliktlösung spielen könnte. Außerdem kann man auf den Artikel von Jerome Slater verweisen, der über die Theorie des gerechten Krieges und die israelische Offensive 2008-2009 geschrieben hat; ebenso gibt es hier einen Artikel Linda Öhman et al über die Situation von Frauen in der Westbank.

Die amerikanische Öffentlichkeit scheint derweil eher mit den Umtrieben ihrer öffentlichen Amtsinhaber beschäftigt zu sein. So musste CIA-Direktor David Petraeus, ein ehemaliger General, zurücktreten, nachdem eine außereheliche Affäre mit seiner Biographin aufflog (beide nutzten einen alten e-Mail-Trick); General John Allen steht im Fokus, weil er recht ausführlichen, teils zweifelhaften e-Mail-Verkehr mit einem Gesellschaftsternchen aus Florida hatte. Stephen Walt fasst die „Affäre Petraeus“ zusammen, indem er auf die Destruktion des eigens aufgebauten Bildes des Supergenerals durch Petraeus selbst verweist, und gleichzeitig das teils korrupte, inzestuöse Beziehungsgeflecht der nationalen Sicherheitselite anprangert. Schwierig ist dabei allerdings auch, dass die Biographin und Geliebte des ehemaligen Generals an klassifiertes Sicherheitsmaterial gekommen ist. Auf Foreign Policy gibt es einen Bericht über Reaktionen aus dem Pentagon zu der Affäre um Petraeus – und einen Kommentar dazu, ob es ein Problem mit Ehebruch im Führungsstab des Militärs gäbe; das Council on Foreign Relations veröffentlichte ein Op-Ed von Max Boot, der den Rücktritt des fähigen ehemaligen Generals beklagt. In Zeiten, in denen fähige Führungspersönlichkeiten gesucht und deren Fehlen beklagt wird, sei Petraeus einer der besseren „leader“ gewesen. Den vielleicht pointiertesten Artikel zur ganzen Geschichte liefert bezeichnenderweise die Satirezeitung The Onion: „Nation horrified to learn of war when reading about Petraeus’ sex scandal“. Dem gibt es wenig hinzuzufügen…

In den letzten Monaten des Bürgerkrieges auf Sri Lanka habe die UN in ihrer selbstgestellten Aufgabe, Zivilisten zu beschützen, versagt. Diese Einschätzung kommt überraschenderweise nicht (nur) von Kritikern der UN, sondern stellt ein interner Bericht der UNO selbst vor. Er kommt zu dem Schluss, dass „there was a massive and system wide failure to prevent the slaughter of an estimated 40,000 ethnic Tamils in five short months in the winter and spring of 2009“. Inner City Press hat allerdings aufgedeckt, dass der Report nur gekürzt und mit zusätzlich hinzugefügtem Eigenlob veröffentlicht wurde (dazu auch hier). Generalsekretär Ban-Ki Moon stellte zu den Fehlern der UN im Falle Sri Lankas fest, dass man gewillt sei, aus den Fehlern zu lernen. Auf Turtlebay schreibt Colum Lynch, ob Ban’s Vermächtnis durch Sri Lanka nachhaltig beschädigt sei.

Zuletzt noch ein Link zu einer sehr schönen Aktion: die „Re-Inventing Peace Gallery“. Cartoonisten haben hier alte Cartoons upgedatet auf den heutigen Stand. Die Galerie und die Beschreibung der Aktion findet Ihr hier.

Es gibt zu den Themen dieser Netzschau noch andere spannende Links? Wir freuen uns über Ergänzungen und Anmerkungen in den Kommentaren!

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