IB Online (3/1): eine kleine Netzschau

Peace bird bombing for freedom | von iwashere (CC BY-NC-ND 2.0) via flickr

Peace bird bombing for freedom | von iwashere (CC BY-NC-ND 2.0) via flickr

In der heutigen Netzschau geht es einmal mehr um Mali mit Linksammlungen zum Konfliktverlauf, kritischen Bewertungen und verwandten Themen wie Kindersoldaten in Konflikten. Außerdem habe ich auf einem kleinen Streifzug durch die Blogosphäre ein paar neuen Blogs und Blogpost u.a. zu Methoden und Theorie gefunden.

Mit dem Beginn des französischen Militäreinsatzes in Mali hat der Konflikt in dem westafrikanischen Staat sowie die Situation in der gesamten Sahelzone endgültig weltweite Aufmerksamkeit erlangt (zum Konfliktverlauf sei an dieser Stelle auf unseren früheren Blogpost zur Staatskrise in Mali verwiesen). Bei den Bridges from Bamako gibt es einen Situation Report, der zahlreiche gute Links zusammenträgt – genauso wie auch die Friday Morning Linkage bei Duck of Minerva – und bei Jadaliyya (Webportal des Arab Studies Institute) gibt es bereits den ersten von drei Teilen zu Mali in Focus. Der Dreiteiler soll unterschiedliche Perspektiven auf den Konfliktverlauf in Mali liefern. Neben den zahlreichen Lage- und Hintergrundberichten der einschlägigen Zeitungen und Fernsehsender, gibt es einige interessante Blogposts, die sich aus bestimmten Blickwinkeln mit den aktuellen Entwicklungen beschäftigen: Auf dem Dart-Throwing Chimp geht Jay Ulfelder der Frage nach, ob der Fall Gaddafis die Krise in Mali ausgelöst hat; auf dem Sahelblog hinterfragt Alex Thurston die Aussagen über die Popularität und neo-koloniale Ambitionen des französischen Militäreinsatzes und nimmt u.a. Bezug auf Gregory Manns Artikel France in Mali, the End of the Fairytale bei Africa is a Country, der argumentiert, dass es sich nicht um einen neo-kolonialen Angriff handele (zur Geschichte französischer Militäreinsätze in Afrika auch die Global Voices); und bei Liberal Conspiracy setzt sich Paul Cotterill kritisch mit jenen (linken) Stimmen auseinander, die nun die Gefahren des aktuellen und vermeintlich neo-imperialen Waffengangs anmahnten, aber selbst die Augen verschlossen hätten, als Anfang des vergangenen Jahren noch die Chance für eine friedliche Lösung bestanden hätte. Dass die Krise in der Sahelzone nicht über Nacht entstanden ist, wissen auch Arte’s Offene Karten, die am Samstag ihre Sendung Instabile Staaten in der Sahelzone vom Dezember 2011 erneut ausgestrahlt haben – daher auch hier nochmal die kurze Reportage:

Arte, Mit Offenen Karten: Instabile Staaten in der Sahelzone

Angesichts der Kampfhandlungen in Mali fordert Human Rights Watch die Islamisten auf, die Kindersoldaten in ihren Reihen ziehen zu lassen und verweist damit auf einen der steten Begleiter afrikanischer Bürgerkriege. Chris Blattman setzt sich in seinem Artikel in der neues Ausgabe von International Organization gemeinsam mit Bernd Beber mit der „Logic of Child Soldiering and Coercion“ auseinander (mehr dazu und eine freizugängliche Version eines Working Papers dazu auf seinem Blog).

Indirekt mit der Krise in Mali beschäftigen sich auch zwei Blogposts auf Opala’s Weblog, in denen die Grenzen von State-building diskutiert werden (hier und hier). Ebenfalls einen kritischen Standpunkt nimmt  Thomas Dunn (wohlgemerkt nicht ganz aktuell) in seinem Artikel auf e-IR ein, in dem er internationale Interventionen (nicht nur militärische) als ein scheiterndes Konzept darstellt. Eine umfassende Ressource zu Konflikten bietet ein Projekt an der Princeton University, das Konfliktdaten auf dem Mikro-Level analysiert – das „Empirical Studies of Conflict Project“, kurz ESOC. Bislang gibt es dort u.a. Analysen zu Afghanistan, Kolumbien und Irak, aufbereitet in Kartenmaterial, Datensätzen und Papieren.

Wie angekündigt sei außerdem auf zwei neue Blog in der IB- bzw. politikwissenschaftlichen Blogosphäre verwiesen. Seit Dezember 2012 betreibt Justin Esary das Blog Political Methodology, das sich, wie der schon Name sagt, mit Methodologie auseinandersetzt (hier geht’s zum Auftaktpost und hier zum aktuellen Post). Ebenfalls eher methodisch angehaucht ist das Blog asecondmouse von Philip Schrott, der mit einem Kommentar zu Walt und Mearsheimer gestartet ist und deren „anti-quantitative methods screed“ aufs Korn nimmt. Und schließlich sei auf einen Blogpost im auch gerne theoretisch angestrichenen, aber garnicht so neuen, Smoked-Filled Room verwiesen, der das Spiralmodell von Robert Jervis auf die jüngsten Scharmützel an der Grenze von Pakistan und Indien anwendet. Und wo wir schon bei Jervis sind: Der hat in der jüngsten Ausgabe von Foreign Affairs einen Artikel zu den „Challenges of Coercive Diplomacy“ gegenüber dem Iran veröffentlicht.

Nach diesem kurzen Streifzug durch die IB-Blogosphäre sei abschließend noch auf einen Post drüben bei A View From the Cave verwiesen, in dem das Papier „Studying the Aid Blogosphere“ vorgestellt wird. Es geht in erster Linie um die Einflussmöglichkeiten über das Web 2.0.

Es gibt zu den Themen dieser Netzschau noch andere spannende Links? Wir freuen uns über Ergänzungen und Anmerkungen in den Kommentaren! Alle bisher veröffentlichten Netzschauen findet Ihr hier.

2 Kommentare

  1. An dieser Stelle nach mittlerweile schon längerem passivem Mitlesen ein großes Lob für die immer wieder guten Updates, gerade zur wachsenden Powi-Blogsphäre! Der Bretterblog macht Spaß.

    Grüße aus Bremen

    Julian

  2. […] ohnehin nicht so ausführlich, wie etwa in US- und UK- oder einigen französischsprachigen Medien). Eine gute Übersicht über Beiträge zu Mali auf Deutsch und Englisch gibt es im Bretterblog, sehr empfehlenswert das dort verlinkte arte-Video über “Instabile Staaten in der […]

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