IB Online (1/3): Eine kleine Netzschau

Kenya Protest - London - Jan 2008 | Photo by Danny McL (CC BY-NC-ND 2.0) | via flickr.

Kenya Protest – London – Jan 2008 | Photo by Danny McL (CC BY-NC-ND 2.0) | via flickr.

In der Netzschau in der ersten Märzwoche geht es um die heutigen Wahlen in Kenia und den „Aufstieg Afrikas“. Außerdem gibt es ein paar Links zu interessanten (entwicklungspolitischen ) Blogs und Blogposts.

Wahlen in Kenia

In Kenia wird heute ein neuer Präsident gewählt (für die aktuellen Ereignisse #kenyadecides). Die acht Kandidaten stellt BBC in detaillierten Porträts vor, wobei sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Premierminister Raila Amollo Odinga und Uhuru Muigai Kenyatta, dem Sohn des ersten Präsidenten Kenias  (dazu auch das BBC Q&A). Angesichts der gewaltsamen Konflikte im Anschluss an die vergangenen Wahlen 2007, wurde im Vorfeld mit großer Sorge nach Nairobi geblickt (ein kurzer Backgrounder als Video im Baobab Blog). Ausführlicher hat sich mit den Wahlen und den ethnischen Konfliktlinien im Januar alJazeera in einer Inside Story auseinandergesetzt.

Auf AfricanArguments analysiert Daniel Branch, warum diese Wahlen so (un-) wichtig sind und welche Rolle die ethnische Dimension der Wahlen spielt. Best- and Worst Case Scenarios zum Ausgang der Wahlen hat Bronwyn Bruton auf Foreign Affairs zusammengestellt. Im ICRtoP-Blog gibt es eine detaillierte Übersicht (mit vielen weiteren Links) zu den Maßnahmen, die ergriffen wurden, um die einen erneuten Gewaltausbruch zu verhindern. Mit der Frage möglicher Gewaltausbrüche setzt sich auch Small Arms Survey in einem Podcast auseinander. Von Anfang Februar aber immer noch lesenswert findet sich auf Opalo’s weblog eine detaillierte Bewertung der Umfrageergebnisse und TV-Debatten. Ken Opalo legt sich fest:  „All in all I would put my money on Mr. Odinga becoming Kenya’s fourth president“. Auf Justice in Conflict geht Mark Kersten auf die “bizarre” Situation ein, dass mit Uhuru Kenyatta gegen einen der Kandidaten vom Internationalen Strafgerichtshof wegen seiner Rolle in den Gewaltausbrüchen nach den letzten Wahlen ermittelt wird – und dies auch offen während der TV-Debatte der Kandidaten diskutiert wurde.

Africa Rising?

Ende Januar fragte Wolfgang Fengler auf dem Weltbank Blog Africa Can … End Poverty, ob der Kontinent der klassischen  Entwicklungshilfe entwachsen sei. Im Global Development Network des Guardian erläutert Elissa Jobson, warum der Präsident der Afrikanischen Entwicklungsbank glaubt, dass regionale Integration in den nächsten 50 Jahren eine neue Ära für die Entwicklung des Kontinents anbrechen lasse. Im Foreign Policy Democracy Lab gab es indes eine Debatte, ob Afrika sich tatsächlich im Aufschwung befinde oder der Aufschwung nur ein Mythos sei, ein dritter Beitrag fast zusammen und beschließt: wir können es ohne die richtigen Zahlen nicht wissen. In der aktuellen Ausgabe des Economist beschäftigt sich ein Special Report in mehreren Artikeln mit dieser Frage (nicht zum ersten Mal und vor über zehn Jahren noch mit ganz anderer Tendenz).

Konkreter als diese Debatte analysiert Sean Fox auf dem Roving Bandit die Political Economy of African Slums. Wie auf der anderen Seite des Atlantiks Brasilien versucht, die Favellas zu transformieren, berichtet Shannon O’Neill im CFR Blog Latin America’s Moment. Schließlich sei noch auf einen Beitrag bei African Arguments verwiesen, der sich mit dem Framing von Nachrichten aus Afrika, das Stereotypen über den Kontinent bestärke, auseinandersetzt.

Zum Abschluss dieser Netzschau noch ein paar verweise auf ganz unterschiedliche Blogs und Blogposts: Einen Klick wert ist in jedem Falle das Blog von Dan Little UnderstandingSociety, wo sich z.B. Posts zur Soziologie von Fussball oder zur (Ir-) Relevanz politischer Ideen von Anarchismus finden. Bei Tom Dispatch gibt es einen lesenswerten Blogposts zur „Erfindung“ des Begriffs Homeland in den USA. Und wer auf der Suche nach guten Blogs zur Entwicklungspolitik ist, sei auf die Wettbewerbe von A View from the Cave (die ABBAs) und Blood and Milk (die BAMBAs) verwiesen.

Da eine Folge von Arte’s Offenen Karten in der ein oder anderen Netzschau einfach nicht fehlen darf, gibt es diese Woche die vorletzte Folge der Kurzreportagen Serie mit einem Fokus auf den „unmöglichen Übergangs“ Afghanistan nach dem Abzug der ausländischen Truppen. Ein Ende des inzwischen 35 Jahre andauernden Krieges sei demnach nur schwer zu erreichen – ein sehenswerter, skeptischer Aus- und Rückblick.

Arte, Mit offenene Karten – Afghanistan: Der unmögliche „Übergang“

Es gibt zu den Themen dieser Netzschau noch andere spannende Links? Wir freuen uns über Ergänzungen und Anmerkungen in den Kommentaren! Alle bisher veröffentlichten Netzschauen findet Ihr hier.

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