IB Online (1/6): eine kleine Netzschau

International Day of UN Peacekeepers: Wreath-laying Ceremony | UN Photo/Mark Garten

29 May International Day of UN Peacekeepers: Wreath-laying Ceremony | UN Photo/Mark Garten

Nur Bares ist Wahres: Gelingt wirtschaftliche Entwicklung besser, wenn man den Leuten einfach Geld gibt? Worüber streiten Bill Gates und Dambisa Moyo? Was kommt nach Obama’s Rede zum Drohnenkrieg? Das, ein Film-Tipp und mehr in unserer neuen Netzschau!

Entwicklung

Vor nun schon zwei Wochen hat Chris Blattman über seinen Artikel Credit Constraints, Occupational Choice, and the Process of Development: Long Run Evidence from Cash Transfers in Uganda (gemeinsam mit Nathan Fiala und Sebastian Martinez) gebloggt. Seine These ist so simpel wie provokant: Dear governments: Want to help the poor and transform your economy? Give people cash. Die Autoren argumentieren, dass diese direkte Art der Entwicklungshilfe deutlich effektiver als komplexe und konditionierte (Ausbildungs-) Programme sind. Hier ein Auszug aus dem Abstract:

Poor, unemployed men are commonly associated with social dislocation and unrest, and governments routinely justify employment programs on reducing such risks. Despite huge economic effects, we see little impact on cohesion, aggression, and collective action (Peaceful or violent). This challenges a body of theory and rationale for employment programs, but suggest the impacts on poverty and structural change alone justify public investment.

Der Beitrag hat in der Blogosphäre große Aufmerksamkeit erhalten. So finden sich Follow-ups bei Forbes: What It Don’t Get I Can’t Use: The Development Case For Cash; bei Slate: The Best and Simplest Way to Fight Global Poverty; und bei Oxfam: Giving cash to people: Why the attention now?. Auf den Oxfam-Post von Jennifer Lentfer antwortet Chris Blattman hier. Angesichts der großen Resonanz hat er außerdem eine ganze Reihe von sehr interessanten ähnlichen Studien online gestellt; diese Liste findet sich hier.

In der vergangenen Woche hat die „entwicklungspolitische Blogosphäre“ außerdem die Kontroverse zwischen Dambisa Moyo, Autorin des umstrittenen Buches Dead Aid. Why Aid Is Not Working and How There Is Another Way for Africa, und Bill Gates geprägt. Stein des Anstoßes war diese These von Gates’ (hier zum Youtube-Video):

Having children not die is not creating a dependency, having children not be so sick they can’t go to school, not having enough nutrition so their brains don’t develop. That is not a dependency. That’s an evil thing and books like that – they’re promoting evil.

Gerade an dem letzten Teilsatz reibt sich Moyo – verständlicherweise – und antwortet auf ihrem Blog. Wer mehr über den Schlagabtausch erfahren möchte, kann bei How Matters und Open the Echo Chamber weiterlesen.

Kampfdrohnen

Barack Obama hat eine vielbeachtete Rede (Transcript und Video bei der New York Times) gehalten, in der er angekündigt hat, den Drohnenkrieg der USA strengeren Regeln zu unterwerfen. Bewertungen und Einschätzungen gibt es bei Opinio Juris: Two Problems with the “Near Certainty” Standard, Obama Thinks We’re All Rubes, Two Unpleasant Possibilities Regarding the Drone Program; und im Danger Room: Obama Swears Drone Surge Is Done. Eine Liste mit zahlreichen weiteren Links findet sich bei Slate. Angesichts des jüngsten Drohnenangriffs in Pakistan hat sich der Danger Room ein weiteres Mal mit der Rede auseinandergesetzt. Einen rechtswissenschaftliche Blickwinkel auf die aktuelle Drohendebatte in Deutschland nimmt Philipp Stroh bei Junge Wissenschaft im öffentlichen Recht ein: Kampfdrohnen-Debatte: Von Sensenmännern, Grauzonen und vergessenen Verpflichtungen. (siehe auch unsere bisherigen Beiträge zum Thema und zwar hier).

Film-Tipp

Zum Abschluss noch ein Film-Tipp: Auf den Reluctant Fundamentalist ist Janusz im immer lesenswerten Linkage bei Duck of Minerva gestoßen. Der Kommentar dort ist vorsichtig positiv:

Mira Nair discusses her film „The Reluctant Fundamentalist.“ Although I have my critiques of Nair’s film, it is at the very least a wonderful antidote to the mindless terror/torture porn of „Zero Dark Thirty“ or „Homeland.“  (Riz Ahmed gives a brilliant performance in Nair’s film by the way…)

Wer mehr wissen möchte liest eben diese Besprechung des Films bei Dear Cinema und/oder schaut sich den Trailer an:

The Reluctant Fundamentalist Trailer 2013

Warum es wichtig ist den Begriff Terrorismus überhaupt zu definieren, wird im Monkey Cage erläutert und auch die Süddeutsche Zeitung hat sich mit dem Thema auseinandergesetzt: Wir verstehen es nicht, es muss Terrorismus sein.

Zum Abschluss sei noch auf ein spannendes neues Projekt verwiesen: Politics & Ideas. A Think Net setzt sich aus der Perspektives des Südens mit den Verbindungen zwischen Politik und Forschung auseinander.

Politics & Ideas. A Think Net

Es gibt zu den Themen dieser Netzschau noch andere spannende Links? Wir freuen uns über Ergänzungen und Anmerkungen in den Kommentaren! Alle bisher veröffentlichten Netzschauen findet Ihr hier.

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