IB Online (1/5): Eine kleine Netzschau

Auch diese Woche wurde das WorldWideWeb durchstöbert, um für Euch Lesenswertes auf den Bildschirm zu holen: Von russischen Bodendrohnen, japanischen Shoppingcentern, mexikanischen Drogenlords und virtuellen Währungen ist alles dabei. Viel Spaß!

collageThe Duck of Minerva: „Norm Anti-preneurship“ and Russian Use of Autonomous Weapons

Die geschätzte Charli Carpenter schreibt in ihrem Beitrag über den russischen Gebrauch von autonomen Waffen („Boden-Drohnen“) zur Sicherung der Raketenbasen und nennt dies – sehr passend, wie ich finde – „anti-preneurship“. Damit meint sie „the efforts of powerful actors to forestall the development of or redirect intersubjective understandings of international human security norms to suit their own political interests.” Ausgehend davon last sich sicherlich einiges Spannendes überlegen und als Grundlage für weitere Arbeit nutzen.

Sicherheitspolitik-Blog: Cool Japan in China: Von Shopping Malls und Inselstreiten

Russland fährt das Militär an der Grenze zur Ukraine auf, Japan macht es anders: Maya Hatsukano und Martin Schmetz diskutieren auf dem Sipo-Blog die Strategie des „Cool Japan“, die Japan seit einigen Jahren anwendet (basierend auf Nye’s Konzept der „soft power“). Ein sehr interessanter Beitrag, der die Chancen dieses Konzepts (am Beispiel einer geplanten japanischen Shopping Mall in China) als außenpolitische Strategie in Bezug auf die angespannten Beziehungen Japans zu China diskutiert. Das Fazit der AutorInnen: „So bleibt dem zynischen Betrachter nur zu vermerken, dass wenn man im Zuge einer gewaltsamen Demonstration also das nächste Mal auf der Suche nach Geschäften ist die man verwüsten kann, man sie praktischerweise alle in einem Gebäude findet.“

The New Yorker: The Hunt for El Chapo

Ein großartiger Artikel über die Jagd auf den Chef des berühmt-berüchtigten Sinaloa-Kartells: „Guzmán has been characterized by the U.S. Treasury Department as “the world’s most powerful drug trafficker,” and after the killing of Osama bin Laden, three years ago, he became perhaps the most wanted fugitive on the planet.” Wer Don Winslows „The Power oft he Dog“ mochte, wird den Artikel zu schätzen wissen. Wie immer gut geschrieben, auch wenn er sehr lang ist.

EurActiv.de: Bergkarabach sehnt sich nach Normalität

Auf dem EurActiv-Blog findet sich (schon seit längerem) ein Interview mit Ashot Ghulyan, dem Parlamentspräsidenten der kleinen Kaukasusrepublik Bergkarabach. Auch wenn der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan in den Medien kaum noch vorkommt, so ist die Perspektive doch sehr interessant. Es wird deutlich, wie sehr sich die BewohnerInnen Bergkarabachs nach einem Ende des Konflikts sehnen.

Menschenhandel heute: Sex, Sklaven und Bürgerschaft: Politiken des anti-trafficking

„[Die] moralische Panik in Bezug auf Menschenhandel lenkt die Aufmerksamkeit von den strukturellen Ursachen der Ausbeutung von Wanderarbeiter*innen ab. Das Interesse wird auf die bösen Übeltäter gelenkt statt auf eher systemische Faktoren. Insbesondere wird der staatliche Umgang mit Migration und Beschäftigung ignoriert, der de facto Gruppen von Nicht-Bürger*innen konstruiert, die ungestraft als ungleich behandelt werden können.“ Die AutorInnen werben für einen Standpunkt, der jenseits der Identifizierung von Opfern und der MenschenhändlerInnen nach strukturellen Lösungen sucht und sich nicht auf die weitere Verschärfung von Einwanderungskontrollen verlässt.

The Nation: Is Bitcoin the Future of Money?

Doug Henwood hat einen interessanten Artikel zur Zukunft des Geldes geschrieben, den man online lessen kann. Interessant ist vor allem die umfassende Art, mit der sich Henwood dem Konzept der neuen „cryptocurrencies“ nähert: neben einer Erklärung, was genau diese Währungen (von denen Bitcoin nur die bekannteste ist) ausmacht, gibt es einen historischen Überblick und einen Ausblick nebst Diskussion der zugrundeliegenden Konflikte.

Völkerrechtsblog: Völkerrecht 2.0 – es ist angerichtet

Zuletzt noch der Hinweis auf ein neues Blog aus dem Bereich des Völkerrechts: der Völkerrechtsblog. Was macht diesen neu und lesenswert? Sie selbst schreiben: „Wir haben drei Merkmale im Sinn: Perspektive, Format und ein Mix aus Neuem und Bewährtem.“ Was genau sie darunter verstehen, lest Ihr am besten selber im verlinkten Post. Wir wünschen auf jeden Fall viel Erfolg und Spaß mit dem Blog!

Und schließlich: Die Zeit: Eine Meldung – und ihre Geschichte

Wenn einer eine Reise tut… die Hintergründe der Meldung„Two German nationals were arrested, illegally passing to Afghanistan through the tribal area Khyber Agency“, erzählt von einem der beiden Deutschen. Lesenswerter Bericht aus Pakistans Grenzregion, teils absurd, teils komisch, aber auch irgendwie beklemmend. Danke an Janusz für den Hinweis!

Es gibt zu den Themen dieser Netzschau noch andere spannende Links? Dir fehlt ein wichtiger Hinweis? Wir freuen uns über Deine Ergänzungen und Anmerkungen in den Kommentaren!

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