Achtung, offline: CfP zur Nachwuchskonferenz des Exzellenzclusters „Normative Ordnungen“

Liebe Leute,

auch wenn wir eigentlich keine Call for Papers mehr im Bretterblog verbreiten, haben wir uns vorbehalten in begründeten Fällen von dieser Regel abzuweichen. Ein solcher Fall ist nun eingetreten, denn Teile des Bretterblogteams konnten (auch angesichts kollegialer Verstrickungen mit dem Exzellenzcluster „Normative Ordnungen“ an der Goethe-Universität) nicht umhin, auf diese wirklich großartige Konferenz für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hinzuweisen. Aber lest selbst… (for an English version see below)

Call for Papers and Panels für die 6. Nachwuchskonferenz des Exzellenzclusters “Normative Orders” in Frankfurt a. M., 28./29. Nov. 2014

Deadline: 16. Juli 2014

Borders of Orders – Grenzziehungen, Konflikte und soziale Ordnung

Prozesse der Herstellung, Reproduktion und Infragestellung sozialer Ordnungen verlaufen regelmäßig über die Auseinandersetzung um Grenzen. Grenzen werden meist durch die Differenzierung gegenüber einem Außen gesetzt, um so Ordnung im Inneren herzustellen. Unterschiedliche Ordnungen werden wiederum in Konflikten oft dadurch herausgefordert, dass ihre Grenzen verschoben, durchlöchert, überlagert oder dekonstruiert werden. Diese können z.B. zwischen Freund und Feind, Recht und Verbrechen, Allgemeinwohl und Partikularinteresse verlaufen. Derartige Grenzziehungen können sowohl Strategien in gesellschaftlichen Auseinandersetzungen als auch deren Ziel sein.

Auf der diesjährigen Nachwuchskonferenz des Exzellenzclusters “Normative Orders” an der Goethe-Universität Frankfurt am Main soll der Topos der Grenze in seiner Bedeutung für die Produktion und für Auseinandersetzungen um soziale Ordnungen aus interdisziplinärer Perspektive diskutiert werden. Maßgebend für die Diskussion soll ein weiter Begriff sowohl der Grenze als auch von sozialen Ordnungen sein. Grenzen müssen sich demnach nicht zwingend räumlich manifestieren, sondern können auch auf eine soziale Kategorie rekurrieren oder normativer Qualität sein.

Dieser Fokus auf die Grenzen von sozialen Ordnungen ermöglicht den Blick auf eine Vielfalt von Phänomenen, wie bspw. auf:

  • Die Auseinandersetzungen und Grenzziehungen zwischen einer zunehmend ubiquitären neoliberalen Wirtschaftsordnung und alternativen ökonomischen und sozialen Organisationsformen.
  • Entgrenzte Unordnung: Das Internet sieht sich zunehmender Verregelung und Verregelungsversuchen ausgesetzt, vor allem von staatlicher Seite. Gleichzeitig bietet die Abwesenheit von festen Grenzen und Regeln Raum für Konflikte. Zwischen den Fronten sitzen nationale und internationale zivilgesellschaftliche Akteure, die ebenfalls einen Partizipations- und Gestaltungsanspruch erheben. Kann man diese Spannungen auflösen? Und wenn ja, wie?
  • Das Verhältnis von Staat und Demokratie: Inwiefern beruht eine demokratische Ordnung auf einer klar abgegrenzten Gemeinschaft und bedarf eines Staates, der diese Gemeinschaft konstituiert und als abgegrenzte erhält? Oder auch andersherum: Bis zu welchem Grad kann eine demokratische Praxis darin bestehen, diese abgegrenzte Ordnung in Frage zu stellen und zu durchbrechen?
  • Grenzgänger: Das sind Menschen, die zwischen den Welten leben oder handeln und durch ihr Wirken ganze Gesellschaften zur Änderung bewegen können. Dies könnte theoretisch, performativ oder künstlerisch in mikro-soziologischen Studien dargestellt werden. Eine biographische Auseinandersetzung mit Einzelpersonen auf verschiedensten Wegen verspricht Einsicht in die Änderung sozialer Ordnungen.
  • Kunstpraxis: Künstlerisch-ästhetische Praktiken artikulieren verstärkt Forderungen nach politischer Wirksamkeit. Wie lassen sich die Ambitionen solcher Praxisformen nach grenzüberschreitenden Effekten in ihrem Spektrum der Kritik und der Herstellung neuer normativer Ordnungen sowie auf der Folie der konstitutiven Durchlässigkeit der Kunstgrenzen verstehen?

Weitere Themen könnten postkoloniale Ordnungen, Geschlechterordnungen, geographische Grenzen und Grenzkonflikte, die Utopie der Gemeinschaft, Migration, … oder auch ganz andere sein.

Die Konferenz findet am 28. und 29. November 2014 in Frankfurt am Main statt und richtet sich an NachwuchswissenschaftlerInnen, die einen Beitrag zur Diskussion um Grenzziehungen und soziale Ordnung leisten wollen. Vorträge können auf Deutsch oder Englisch gehalten werden, wobei Englisch dem internationalen Austausch förderlicher ist; sie können empirische Phänomene in den Blick nehmen, (meta-)theoretisch reflektieren oder sich künstlerisch mit Grenzziehungen auseinandersetzen.

Für die Konferenz können sowohl einzelne Papiere als auch gesamte Panels eingereicht werden. Um sich mit einem Einzelbeitrag zu bewerben, senden Sie bitte einen Abstract von maximal 200 Wörtern und kurze Informationen über sich an graduateconference@normativeorders.net. Um sich mit einem gesamten Panel zu bewerben, senden Sie bitte drei Abstracts (max. 200 Wörter) sowie den Namen eines Chairs und eines Discussants an die genannte Adresse – auch mit kurzen Informationen zu den Beteiligten.

Für die Konferenz steht Kinderbetreuung zur Verfügung. Zudem können sich bereits akzeptierte Vortragende um ein Reisestipendium bewerben. Das Vorgehen hierfür wird in der Annahme-Email ausführlich beschrieben. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an graduateconference@normativeorders.net.

Call for Papers and Panels for the 6th Young Researchers Conference of the Cluster of Excellence “Normative Orders” in Frankfurt a. M., 28./29. Nov. 2014

Deadline: 16th Juli 2014

Borders of Orders

Processes of production, reproduction and the questioning of social orders are often connected to conflicts about and the contestation of borders. Borders are set by demarcating an outside or other from an inside, where order is established. Various orders, on the other hand, are challenged in conflicts by shifting, perforating or deconstructing their borders. These borders can separate friend and enemy, law and crime, public and individual interests. Such demarcations can function as a strategy but also as a goal in social conflicts.

At this year’s Young Researchers Conference of the Cluster of Excellence “Normative Orders” at Goethe University in Frankfurt am Main, the topos of the border will be discussed with regard to its implications for the production of and conflicts about social orders from an interdisciplinary perspective. Drawing on a broad conceptualization of borders as well as social order, borders do not have to manifest themselves spatially or geographically, but can refer to social categories and/or exhibit normative qualities.

This focus on the borders of social orders enables researchers to analyse a variety of phenomena e.g.:

  • The conflict and demarcation between an increasingly ubiquitous neoliberal economic  order and alternative economic and social forms of organization
  • Boundless disorder? The internet sees increasing regulation and regulative attempts, especially by state actors. At the same time, the absence of clear borders and rules creates room for conflict. National and international actors from civil society are caught in the middle, trying to stake their participative claim all the same. Can these tensions be resolved? And if so, how?
  • The relationship between state and democracy: In how far does a democratic order rest on a clearly demarcated community and requires a state to constitute this community and differentiate it against others? Or vice versa: To which degree can a democratic practice consist of contesting this delimited order and of overcoming it?
  • “Boundary crossers”: They are people, who live or act between worlds and who can move whole societies through their action. This could be shown theoretically, performatively or artistically in micro-sociological studies. A biographical analysis of individuals’ lives and workings through various methods promises insight into the change of social orders.
  • The practice of art: Artistic-aesthetic practices increasingly articulate the claim to political efficaciousness. How can we understand the ambitions of such forms of practice to cross-border effects in the spectrum of the critique and the production of new normative orders as well as on the template of the constitutive permeability of the borders of art?

Other possible topics include postcolonial orders, gender orders, geographical borders and border conflicts, communities’ utopia, migration …or something completely different.

The conference takes place on November 28th and 29th in Frankfurt am Main and addresses young researchers who want to contribute to the discussion on borders and social orders. Presentations can be held in English and German, although English is considered more conducive for international exchange; presentations can focus on empirical phenomena, reflect (meta)theoretically or deal with borders and demarcation of orders artistically.

Individual papers and whole panels can be submitted to the conference. To apply with an individual contribution, please send an abstract of max. 200 words and short information about the author to graduateconference@normativeorders.net. To apply for a whole panel, please send three abstracts (max. 200 words) and the name of the chair and the discussant to the above-mentioned address – also incl. short information about the people involved.

Child care is available. Accepted presenters can further apply for a travel stipend. The application process for stipends is described in the mail of acceptance. If you have any questions, please contact graduateconference@normativeorders.net.

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