IB Online (3/11): Eine kleine Netzschau

In der Netzschau diese Woche haben wir versucht, mal „neue“ Themen für Euch rauszusuchen: so findet sich hier Links zu einer Diskussion der neuen, nicht-westlichen Weltordnung, der Bekämpfung von Ebola mittels des Militärs, einer grundsätzlichen Diskussion der Ursachen von Armut sowie – nun gut, so neu ist das nicht – der Lage in der Ost-Ukraine. Dazu gibt es ein paar unkommentierte, aber dennoch lesenswerte Links. Viel Spaß!collage

Monkey Cage: A World without the West? Not so fast

Erik Voeten geht in diesem Blogpost auf den Artikel von Naazneen Barma, Ely Ratner und Steven Weber ein, die folgende These diskutieren: „What is happening (…) is a concerted effort by the emerging powers to construct parallel multilateral architectures that route around the liberal order and will likely reshape international politics and economics in fundamental ways.” Ihr Beispiel dabei ist die Asian Infrastructure Investment Bank, die eine Alternative zur herrschenden liberalen Weltordnung des Westens darstellen würde. Voeten argumentiert aber, dass „To date, however, the impact of these alternate institutions is marginal at best and falls far short of the rather dramatic conclusion that we live in a “world without the West.”“Dazu auch: ISN Blogs “The Economic Rules of Geopolitics”.

Boston Review: Militarizing Global Health

Sollen von Ebola betroffene Staaten ihr eigenes (und fremdes) Militär in der gesundheitlichen Krisennothilfe einsetzen? Diese Frage stellt sich Harvards Alex de Waal und kommt zu einem klarem Ergebnis: „Despite its impressive logistics, the army makes only a marginal contribution to international disaster relief—and often makes things worse.” Sein Argument ist dabei vielschichtig: zum einem stigmatisiere ein framing der Nothilfe als Mittel der Armee die Betroffenen und Kranken als Objekte der Angst, zum anderen sei der Einsatz des Militärs nur notwendig, da für zivile Krisennothilfe viel zu wenig Geld ausgegeben werde – unabhängig davon, ob man Ebola als biologischen Kampfstoff verwenden kann. Die Folgen seien ganz anders als befürchtet: anstatt die Gesellschaftsordnung zu zerstören, würden panische und zwanghafte Reaktionen auf Ebola zu falschen Maßnahmen führen, die u.a. die Wirtschaft der betroffenen Staaten massiv beeinträchtige. „It is time to discard misleading military metaphors and spend real money on real global public health”, so de Waal am Ende.

Sicherheitspolitik-Blog: Eastern Ukraine: A War against Civilians

In seinem Blogbeitrag geht Cornelius Friesendorf auf die Auswirkungen des Konflikts in der Ost-Ukraine auf die Zivilbevölkerung ein: Laut ihm werde diese nach wie vor oftmals nicht genug beachtet. So seien seit dem Frühjahr 2014 schon über 4.000 Nicht-Kombattanten umgekommen, wobei beide Konfliktparteien (oder sollte man sogar von mehr als zwei Parteien sprechen?) die Verantwortung für geplante und ungeplante Angriffe auf Zivilisten tragen würden. Friesendorf legt dabei das von Mary Kaldor begründete Theorem der „New Wars“ an und argumentiert, dass die Subsumption unter dieses Theorem zwar nicht genau passe, die Effekte auf die Zivilbevölkerung aber Vergleich mit der von Kaldor analysierten Situation in Bosnien in den 1990ern durchaus vergleichbar seien: „Presenting this war as one of Eastern versus Western Ukraine, and Russians versus Ukrainians, would therefore be a misrepresentation. This war also pitches those with a liberal, cosmopolitan vision of state and society against those espousing ethnic, linguistic, and religious homogeneity.”Zur Zukunft der Ost-Ukraine empfiehlt sich auch Alec Luhns “Is Eastern Ukraine Becoming a People’s Republic or a Puppet State?”, der auf der Webseite des Magazins The Nation zu finden ist.

Jacobin Magazine: Making Poverty History

Ein bisschen was zum Diskutieren und Streiten: Auf dem Blog des Jacobin Magazines argumentiert Vijay Prashad, dass die von der UN 2013 im Rahmen des World Social Situation Reports attestierte Ungleichheit sich krass verstärken würde. Seine Schlussfolgerung: „What’s clear is that capitalism is incapable of ending poverty or substantially reducing inequality. … What produces poverty? Not the lack of property titles, or the lack of high growth rates or the lack of twenty-first century infrastructure. What produces poverty is a system of social production for private gain — in other words, capitalism.” Warum Armut so ein wichtiges Thema ist, beschreibt vera auf dem Blog Africa on the Blog. Meine Meinung: Ein Anfang wäre es vielleicht, die großen Unternehmen einfach mal ihren Beitrag zum Sozialwesen beisteuern zu lassen…

Und dann war da noch…

… ein Artikel über die R2P und eine syrische Pufferzone auf Foreign Policy.

… ein Beitrag zum Aktivismus von Anon, dem Hackerkollektiv, auf The Nation.

… eine etwas andere Rückschau auf den Mauerfall vor 25 Jahren (ebenfalls im Jacobin Magazine).

… ein Theoriegespräch mit Jordan Branch über Google Maps, Staatenbildung und die „International Politics of Cartography“.

… ein etwas älterer Beitrag über den mexikanischen Drogenkrieg und einen Vergleich der Kartelle mit IS (siehe auch die Dokumentation unten) von den Machern der Vergessenen Kriege.

 

Es gibt zu den Themen dieser Netzschau noch andere spannende Links? Dir fehlt ein wichtiger Hinweis? Wir freuen uns über Deine Ergänzungen und Anmerkungen in den Kommentaren!

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