IB Online (2/1): Eine kleine Netzschau

Diese Woche wieder ein Kessel Buntes aus der Welt der Blogs und Magazine. Die Themen diese Woche sind islamistische Rekrutierungsstrategien, Menschenrechtsregime, Kindersoldaten und Boko Haram. Dazu gibt es ein Interview mit Noam Chomsky und ein interessantes Blogforum zu Völkerrechtsgeschichten. Viel Spaß!

collageFrankfurter Allgemeine Zeitung: Nächste Runde: Paradies

Guillaume Paoli (be)schreibt in diesem interessanten Artikel, wie islamistische Gruppen mittels Gegenwartskultur und einer zeitgemäßen „Optik“ Jugendliche und junge Erwachsene für ihren Zweck rekrutieren. Dabei stellt er u.a. die These auf, dass Gruppen wie IS gezielt die Videospieloptik der so genannten Killerspiele bemühen, um das gewalterzeugende Potential dieser Medien zu nutzen. Diskutabel!

The Monkey Cage: Shopping for international human rights conventions

Basierend auf ihrem hier verfügbaren Artikel stellen die AutorInnen Hafner-Burton, Mansfield und Pevehouse ihre Ergebnisse zu der Frage, warum Staaten Mitglied in internationalen Menschenrechtsschutzregimen sind, wenn sie die Grundregeln, die dort verankert sind, doch bei Bedarf brechen. Ihre Kernantwort: Staaten nehmen aus verschiedenen Gründen an den Regimen teil. Diese Regime verfolgen außerdem noch unterschiedliche Ziele. Schließlich hängt es auch von der Regierungsform ab, warum Staaten diesen Regimen beitreten.

The Monkey Cage: The complex story of a child soldier

Ebenfalls auf dem Blog des Monkey Cages findet sich eine lesenswerte Darstellung eines Kindersoldaten, der selbst zu einer rechten Hand Konys wurde (dem Anführer der Lord’s Resistance Army). Hier wird ein recht interessantes Bild gezeichnet von einem Mann, der selbst als Kindersoldat brutal misshandelt und gefügig gemacht wurde und dann später ebenfalls so handelte.

Crooked Timber: The Internationalization of the American Civil War

Auf dem Blog des Crooked Timber schreibt Corey Robin über die Verbindungen der europäischen Rechten/Konservativen zu den Sklavenhaltern der amerikanischen Südstaaten. Er kann die vielfachen Verbindungen intellektueller Art aufzeigen, die die Sklaverei rechtfertigten. Sein Fazit: „The ongoing freedom struggle of African Americans demonstrates that when it comes to democracy, the United States often needs teachers, rather than students, from abroad.“

The Monkey Cage: Boko Haram is not al-Qaeda

Hilary Matfess arbeitet hier schön die Unterschiede zwischen Boko Haram, al-Qaeda und dem IS heraus: Ihr zu folge muss man Boko Haram aus einem regionalen Kontext verstehen (den al-Qaeda nicht beansprucht), die auf dem ausgerufenen Notstand des nigerianischen Präsidenten Goodluck Jonathan. Davor war Boko Haram zwar ein Systemgegner, aber kein gewalttätiger. Dies hat sich mittlerweile bekanntlich verändert.

Thought Economics: Understanding Democracy

Die KollegInnen von Thought Economics haben ein spannendes Interview mit Noam Chomsky und Glenn Greenwald, dem „Snowden-Journalisten“, veröffentlicht. Beide diskutieren über den Zustand der Demokratie und die Rolle, die Regierungen, die Medien und Firmen auf unser Leben haben. Außerdem geht es um den globalen Krieg gegen den Terror, Globalisierung und wie die Welt sich in den nächsten 25 Jahren verändert wird.

The Nation: The Iraq War Strategy 3.0: If You Can’t Win, At Least Make Money

Schöner Artikel im Blog des Magazins The Nation über den Konflikt im Irak und wie amerikanische Sicherheitsfirmen von der nicht enden wollenden Unsicherheit profitieren. Bin ich der Einzige, der hier Parallelen zu den Warlords der „Kleinen Kriege“ (oder „Neue Kriege“) sieht?

Völkerrechtsblog: Völkerrechtsgeschichten

Auf dem großartigen Völkerrechtsblog findet sich ein Blogforum zu „Völkerrechtsgeschichten“ – was ist das, werdet Ihr Euch vielleicht fragen. Mit dieser und daran anschließenden Fragen befasst sich das Blogforum der VölkerrechtlerInnen. Dabei geht es nicht nur um den Stand der Völkerrechtsgeschichte als Disziplin, sondern auch um interdisziplinäre Möglichkeiten, die Forschungsagenda zu verbessern.

Foreign Policy: Think Before You March

Stephen M. Walt argumentiert hier – vielleicht etwas kontrovers – dass Massenaufläufe wie vom vergangenen Sonntag in Paris und gestellte Fotografien von PolitikerInnen keine gute Antwort auf die Terroranschläge auf Charlie Hebdo seien. Dabei will er die Terroranschläge nicht trivialisieren, sondern vielmehr darauf hinweisen, dass eine Überbetonung der Terrorgefahr zu neuer Islamophobie führen würde, die dann einige Muslime zur Radikalisierung bringen würde.

 

Es gibt zu den Themen dieser Netzschau noch andere spannende Links? Dir fehlt ein wichtiger Hinweis? Wir freuen uns über Deine Ergänzungen und Anmerkungen in den Kommentaren!

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