IB Online (2/2): Eine kleine Netzschau

In der Netzschau dieser Woche geht es um Korruption und ihre Bekämpfung in Deutschland, die „Islamisierung des Abendlandes“, die Aushöhlung des Völkerrechts durch Juristen, Boko Haram und fragwürdige Strategien im Kampf gegen den „Islamischen Staat“.

Detektor FM: Der deutsche Sonderweg und die Abgeordnetenbestechung

Nach mehr als zehn Jahren des Zuwartens und Streitens hat die Bundesrepublik Deutschland im November 2014 die UN-Konvention gegen Korruption ratifiziert. Obgleich die deutsche Politik der Korruptionsbekämpfung nicht prinzipiell im Weg stehen wollte, beließen es die Parlamentarier aus Angst vor dem Verlust gewisser Freiheiten lange Zeit der Unterschrift auch die gesetzliche Umsetzung folgen zu lassen. Warum es so lange gedauert hat und dann plötzlich doch ganz schnell ging, erklärt der werte Kollege Lesch in diesem Podcast von Detektor FM. Wer lieber liest als zuhört, kann sich auch eines HSFK-Standpunkt von Max annehmen.

Salon: Birth of a shadow doctrine: How a small group of lawyers launched a war against international law

Allein dieser Text ist super spannend, wenn das Buch genauso gut zu lesen ist, sollten wir es uns alle zu Ostern wünschen. In dieser Buchrezension, die aber eigentlich einem Essay gleichkommt, um zwei Geschichten: Erstens das Drama um zwei Juristen und ihren Konflikt um die „richtige“ Anti-Terror-Gesetzgebung der USA. Eine der zentralen und bis heute wirkungsmächtigen Fragen, um die es ging: Darf gefoltert werden? Die zweite Geschichte dreht sich um die Frage, wie das Völkerrecht von politisch einflussreichen Juristen ignoriert und ausgehebelt wurde. Zumindest die Rezension ist die Lektüre wert!

Virally Suppressed: Monsters of Our Own Creation: How Nigerian Corruption & Climate Change Gave Rise To Boko Haram

Bevor ich gleich den obligatorischen Link zum Thema “Islamischer Staat” setze, geht es erst einmal um Boko Haram. Obwohl Boko Haram massenhaft Menschen dahinmetzelt und behauptet in der Sahelzone ein eigenes Kalifat zu errichten, findet der Konflikt um diese Organisation nur wenig Aufmerksamkeit (zwei von wenigen Ausnahmen: unsere Netzschauen und die IS-Serie im Sipo-Blog). Der oben verlinkte Beitrag liefert interessante Hintergrundinformationen zur ökonomisch-ökologischen Entwicklung der Region, in der die Gruppe wütet, und die Entstehungsbedingungen, die ihren Aufstieg ermöglicht haben.

Strife-Blog: Chad: Taking the Lead in the war on Boko Haram

Ein interessanter Aspekt des Konflikts um Boko Haram ist überdies die Rolle zentralafrikanischer Staaten, die abseits internationaler Sicherheits- und Ressourcenpolitik sonst eher selten im Fokus der europäischen öffentlichen Aufmerksamkeit stehen. Einer dieser Fälle ist der Tschad, dessen aktuelle Rolle im gegen Boko Haram hier diskutiert wird.

Sicherheitspolitik-Blog: Der Islamische Staat und die Islamisierung des Abendlandes

Über Pegida sind schon viele Worte verloren worden. Einen lesenswerten und erfrischenden Blick auf Pegida und von der Bewegung propagierte „Ängste“ wirft Christoph Günther in seinem Beitrag zur aktuellen SIPO-Blog-Serie zum „Islamischen Staat“. Ausgehend von der Feststellung, dass die „Islamisierung des Abendlandes“ das erklärte Ziel der „IS“-Ideologen ist, erklärt Günther wie die Verwendung absoluter und undifferenzierter Kategorien notwendig zum Überleben von Bewegungen wie dem „IS“ und Pegida sind.

The Long War Journal: Al Qaeda jihadists celebrate release of anti-Islamic State Ideologue

Seit des Bekanntwerdens der Ermordung des jordanischen Piloten Mouath al Kasaesbeh durch Schergen der dschihadistischen Organisation „Islamischer Staat“ sinnt Jordanien auf Rache. Mindestens ein Luftangriff der vergangenen Tage soll vom jordanischen König Abdallah höchstpersönlich angeführt worden sein. Des Weiteren wurden mit dem „IS“ verbandelte Dschihadisten in jordanischen Gefängnissen hingerichtet. Ein weniger symbolisches, sondern strategisches Mittel ist die Instrumentalisierung von Abu Muhammad al-Maqdisi. Dieser wichtigste Ideologe des Al-Qaida-Flügels der salafistisch-dschihadistischen Bewegung wurde aus dem Gefängnis entlassen und durfte/musste im jordanischen Fernsehen den „IS“ und seine Taten verurteilen. Wer al-Maqdisi ist, wie er auf Twitter mit befreundeten Dschihad-Ideologen posiert und was das Problem an der jordanischen Strategie sein könnte, diskutiert dieser Beitrag.

Es gibt zu den Themen dieser Netzschau noch andere spannende Links? Dir fehlt ein wichtiger Hinweis? Wir freuen uns über Deine Ergänzungen und Anmerkungen in den Kommentaren!

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