IB Online (4/3): Eine kleine Netzschau

Diese Woche steht nicht im Zeichen des #varoufake – schlicht und einfach weil es wichtigere Dinge gibt als den deutschen Michel mit Schaum vorm Mund. Stattdessen haben wir Debatten über Konfliktstudien und ihre Kontrollmöglichkeiten, Neues zu Venezuela, Postkoloniale Betrachtungen, Infos zu PPP-Projekten und einen weiteren ISA-Recap für Euch gesammelt. Und auch #blockupy darf nicht fehlen. Viel Spaß!

collageMonkey Cage: How empirical studies of political violence (can) help policymakers

Auf dem MonkeyCage-Blog wird es meta-theoretisch, wenn es um die Debatte über zufallsbasierte Kontrollstudien (randomized controlled trials aka RCT) geht. Eine Gruppe von SozialwissenschaftlerInnen argumentiert hier, dass die These eines Sozialpsychologen zwar prinzipiell zutrifft (RCTs sind wichtig zur Evaluation), es aber grundsätzliche Probleme bei seiner Zählweise gibt. Des Weiteren kommt es bei RCTs im Bereich der conflict studies oftmals auch zu ethischen Problemen – das, und die Reflektion über die Möglichkeit und Grenzen, mittels RCTs zu generalisierbaren Ergebnissen zu kommen, machen diesen Blogpost für alle KonfliktforscherInnen lesenswert.

Jacobin Magazine: What You Need to Know about Venezuela

Ich verlinke ja gerne mal auf Medien, die Meinungen und Berichte veröffentlichen, die nicht ganz so mainstreamig sind (juhu, bin ich jetzt ein Netzschau-Hipster?!). In diesem Artikel geht es George Ciccariello-Maher um die executive order von Obama, die Venezuela zu einer Bedrohung der nationalen Sicherheit erklärt. Ciccariello-Maher erklärt dies u.a. mit einer falschen Darstellung der Proteste von vor einem Jahr, sowie innenpolitischen Gründen der Obama-Administration. Außerdem geht es um die amerikanische Unterstützung eines venezuelanischen Coups und Sanktionen gegen das Land: „Venezuela is a threat because, at a bare minimum, people want to live and breathe, and even more so because some dare to demand control over their own lives.“ Aber da ich auf ausgewogene Berichterstattung wert lege, verlinke ich hier auch den Artikel des ISN Blogs der ETH Zürich, in dem Marco Aponte-Moreno und Lance Lattig mit dem venezuelanischen Staatschef Maduro ins Gericht gehen.

Guardian: Why are white people expats when the rest of us are immigrants?

Eigentlich eine gute Frage, über die ich mir so noch nie Gedanken gemacht habe: „Africans are immigrants. Arabs are immigrants. Asians are immigrants. However, Europeans are expats because they can’t be at the same level as other ethnicities. They are superior. Immigrants is a term set aside for ‘inferior races’.“ Der Autor geht auf seinem Blog Silicon Africa auf Fragen und Kommentare (die in einer großen Anzahl kamen) ein.

Duck of Minerva: Belated ISA Recap: Norms in IR, Norm Violations in IR, Pop Culture in IR and Junior Scholar Panels

And yet another ISA-Recap: Nach Felix‚ (großartigem) Twitter-Recap und Max‚ Hinweis in der Netzschau letzte Woche hier nun Charli Carpenters Rückblick, die ihre ISA-Beobachtungen mit Normtheorie und Popkultur auflädt. Als Chair des Panels zu „Game of Thrones“ hat Carpenter dabei einige interessante Gedanken zur Verzahnung von Wissenschaft, Popkultur und (internationaler) Politik gesammelt.

Die Welt: Vielen Dank, Deutschland! Wie deutsche Steuern britische Rentner finanzieren

Das ich das noch erleben darf: Ich verlinke Die Welt. Und nicht, weil ich mich aufregen will, sondern weil ich diesen Artikel zu Investitionen privater Rentenfonds in deutsche Infrastruktur mittels Public-Private-Partnerships wirklich für gelungen halte. Zwar könnte der Artikel (natürlich) noch kritischer mit dem gesamten Konzept des PPP sein, aber zumindest wird klar, wie hier auf lange Sicht Geld der Steuerzahler in private Hände (und somit auch an britische Rentner) geleitet wird. Wer PPP für ein Allheilmittel hält, sollte auf jeden Fall mal nachlesen, wer hier die wirklichen Gewinner sind.

Diverse: Blockupy in Frankfurt

Vergangenen Mittwoch wurde der Neubau der EZB in Frankfurt eingeweiht, und dazu hatten verschiedene Gruppen zum Protest und zu Demonstrationen aufgerufen. Zwei gute Sammlungen von Links dazu findet sich auf Stadtkindfrankfurt.de – ein politisch etwas „konservativerer“ Kommentar auf dem Blog von Null Sechs Neun. Eine Analyse der Proteste und vor allem der medialen Berichterstattung findet sich auf den Nachdenkseiten, eine (theoretische) Rechtfertigung der Protestformen bei Neues-Deutschland.de (Hinweis: ich teile die Meinung des Autors nicht, finde sein Schlussargument allerdings diskutabel). Passend dazu gibt es bei den Krautreportern einen Artikel über die Studie von Chenoweth/Stephan, die herausgefunden haben, dass gewaltlose Bewegungen mächtiger seien als gewalttätige.

Experts discuss the complex global challenges facing the United Nations, U.S. policies regarding the UN, and the arguments for investment in international organizations.

Es gibt zu den Themen dieser Netzschau noch andere spannende Links? Dir fehlt ein wichtiger Hinweis? Wir freuen uns über Deine Ergänzungen und Anmerkungen in den Kommentaren!

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