IB Online (4/5): Eine kleine Netzschau

Diese Woche gab mein Feedreader Diskussionen über die Disziplin der IB, Immigration in Sozialnetze und Artikel zu Sanktionen gegen Russland als empfehlenswert an. Ich linke sie Euch und hoffe, Ihr findet das Ein oder Andere interessant!

collageForeign Policy: How to Get a B.A. in International Relations in 5 Minutes

Stephen M. Walt hat auf ForeignPolicy.com einen Artikel mit der Prämisse geschrieben, was Studierende eines B.A. in Internationalen Beziehungen nach 5 Jahren noch wissen würden: Seine Punkte sind dabei Anarchie, Balance of Power/Threat, Comparative Advantages, Misperception/Miscalculation und Social Construction. Steve Saideman antwortet in seinem Blog auf Walt und bringt als Hauptpunkt seiner Kritik vor: „The four years [of a B.A., S.W.] is not just about dropping concepts into students‘ heads but encouraging their ability to think analytically so that they know which concept they should apply and how to apply it critically.” Wie seht Ihr das? Was würden Studierende Eurer Meinung nach im Kopf behalten?

Africa on the Blog: Zwei kontroverse (?) Artikel

Auf dem wunderbaren Blog “Africa on the Blog” finden sich zwei diskussionswürdige Artikel, die ich Euch gerne linken möchte: Zum einen schreibt Daniel Kawuma über die Rolle der Religion in Afrika. Seiner Meinung nach sei diese eher schädlich für das Wohl der Menschen: „religion subscribes to a supernatural being that can’t be questioned, tamed or voted out of office“. Keine ganz neue Argumentation, dennoch ein interessanter Text. Ungleich kontroverser dürfte der Text von Christopher Ejugbo sein, der sich klar für die Polygamie in Afrika ausspricht. Die Argumentation ist dabei ausgewogen genug, um nicht als Pamphlet durchzugehen. Lesenswert!

Foreign Affairs: Stockholm Syndrome. How Immigrants Are Changing Sweden’s Welfare State

Tino Sanandaji schreibt in einem längeren Beitrag über die Auswirkungen der Immigration auf das schwedische Wohlfahrtsstaatsmodell. Dabei geht es vor allem um folgenden Punkt: „Sweden is becoming the clearest case study of a question being asked across Western Europe: Can a modern welfare state be reconciled with rapidly increasing diversity at a time of rapidly dwindling job prospects?” Die Kommentare unter dem Artikel zeigen, dass dieses Thema – nicht nur in Schweden – ein Wichtiges zu sein scheint. Man vergleiche dazu die Debatte in UK.

Deutscher Bundestag: Dr. Navid Kermani zur Feierstunde „65 Jahre Grundgesetz“

Zum Geburtstag des deutschen Grundgesetz hat der Deutsche Bundestag den Schriftsteller Navid Kermani eingeladen, um eine feierliche Rede zu halten: „Und es wirft dann vielleicht doch kein so günstiges Licht auf das heutige Deutschland, wenn bei den Fernsehduellen vor der Bundestagswahl nach der Außenpolitik so gut wie nicht mehr gefragt wird oder ein Verfassungsorgan die Bedeutung der anstehenden Europawahl bagatellisiert, wenn die Entwicklungshilfe eines wirtschaftlich so starken Landes noch unter dem Durchschnitt der OECD-Staaten liegt – oder Deutschland von 9 Millionen Syrern, die im Bürgerkrieg ihre Heimat verloren haben, gerade mal 10 000 aufnimmt.“ Stefan Gärtner von der Titanic kommentiert diese Rede kritisch hier.

Sicherheitspolitik-Blog: Special zu Sanktionen zu Russland

Die geschätzten Blogger-KollegInnen vom Sicherheitspolitik-Blog haben ein Special zu Sanktionen gegen Russland gestartet. Verschiedene Sichtweisen auf die Erfolgsaussichten sowie den Sinn oder Unsinn der Sanktionen werden hier von verschiedenen Personen (u.a. Mark Daniel Jäger, Caroline Fehl und Christopher Daase) dargelegt. Direkt verlinke ich auf den jüngsten Beitrag zu den Gefahren, dass mittels Sanktionen die russische Selbstisolation gefördert wird (von Konstanze Jüngling).

Vermischtes:

Tipps & Tricks für das Schreiben eines „thesis abstracts“ finden sich auf dem Blog der Doctoral Writing SIG. Ebenfalls findet sich dort auch ein älterer Post zur Wahl der Theorie, die man benutzen möchte.

Thaddeus Russell argumentiert, dass die Bewegung gegen „Menschenhandel“ „in der Rhetorik als auch mit Blick auf die Auswirkungen für die individuelle Freiheit und der Staatsmacht“ auffallend ähnlich der Bewegung gegen die „Weiße Sklaverei“ vor einem Jahrhundert sei. Ebenfalls empfehlenswert ist der Artikel zum Abolitionismus als Geisel kapitalistischer Kräfte.

“While the likelihood that a civil war begins is lower in democratic regimes than in other states, the ability to end a conflict does not seem to follow the same pattern. Several of the most protracted civil wars registered during the last five decades are found in democratic countries, including Israel/Palestine, Colombia, India, and Northern Ireland.”

Sehr lesenswert, da Koskenniemi anschaulich die Besonderheiten seiner Profession erläutert und gleichzeitig humorvoll über die „kitschifikation“ seiner indeterminancy thesis spricht. Besonders gefällt mir sein Hinweis, dass wir in Zukunft mehr den globalen Süden im internationalen Recht nachdenken und diskutieren müssen.

 

Es gibt zu den Themen dieser Netzschau noch andere spannende Links? Dir fehlt ein wichtiger Hinweis? Wir freuen uns über Deine Ergänzungen und Anmerkungen in den Kommentaren!

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