IB Online (3/4): Eine kleine Netzschau

Ich habe letzte Woche (und heute Morgen) ins Netz geschaut und einiges zu Syrien und Assad, Brasilien und Ökoaktivisten, dem Internationalen Strafgerichtshof, rechten Demos in Deutschland, dem Internet und der Wissenschaft gefunden. Los geht’s…

Zenpundit: Syria. The Shifting Sands

Volle Fahrt zurück für manche. Nach der Formierung der Freien Syrischen Armee (FSA), der Zersplitterung derselben, dem Aufkommen der islamistischen und dschihadistischen Gruppen, Fronten und Allianzen und ihrer Auflösung und Zersplitterung schließen sich nun Kommandeure der FSA den Truppen des Assad-Regimes an. Des Weiteren gibt es Berichte, dass Assad die mörderische Dschihadisten-Kombo ISIS infiltriert hat und zu seinen Zwecken nutzt. Der Fall der GIA in Algerien lässt grüßen.

Political Violence at a Glance: Syria and the International Criminal Court

Anders als in der Ukraine dürfte die Antwort auf die Frage nach der notwendigen Schwere der Menschenrechtsverletzungen für ein ICC-Verfahren unumstritten sein: zumindest die Tatbestände „Kriegsverbrechen“ und „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ sind leider längst erfüllt. Die Frage nach dem Zusammen- und Verweisungszusammenhang von Frieden und Gerechtigkeit aber ist umstritten. Darum dreht sich dieser Beitrag von Leslie Vinjamuri.

Justice in Conflict: Ukraine and the International Criminal Court

Ich hatte es ehrlich gesagt nicht mitbekommen, aber das ukrainische Parlament hat beschlossen, den ehemaligen und zurzeit flüchtigen ukrainischen Präsidenten Janukowitsch im Fall einer Verhaftung dem Internationalen Strafgerichtshof zu überstellen – sollte der ICC ein Verfahren eröffnen. Zwei nicht ganz unbedeutende „wenn“s. Es gibt noch mehr und auch ein paar „aber“. Mark Kersten diskutiert sie hier.

Foreign Policy: Why Brazil is the most dangerous place in the world to be a tree-hugger

Ungeachtet der Konflikte um die Fußballweltmeisterschaft 2014 ist Brasilien weiterhin durch Umweltkonflikte geprägt. Eine Manifestation der letzteren ist die immens hohe Mordrate an Umweltaktivisten – nach einem Bericht der NGO „Global Witness“ ist Brasilien damit das gefährlichste Land für Ökoaktivisten. Doch auch weltweit lebt es sich dem Bericht und diesem FP-Artikel im Kampf für Natur und Gerechtigkeit gefährlich.

Publikative: Formation einer Bewegung. Vom Netz auf die Straße

In letzter Zeit wird zunehmend über die so genannten „Montagsdemonstrationen“/“Querfront“-Versammlungen, einem Sammelsuriums von Unzufriedenen, Verschwörungstheorieanhängern und rechtstümelnden Aktivisten berichtet. Patrick Gensing argumentiert, diese Versammlungen seien der jüngste Versuch die unkoordinierte und noch nicht wirkungsmächtige Masse der Unzufriedenen im Netz für die Straße zu mobilisieren.

LSE Impact Blog: Geographies of Knowledge. Practical Ways to Boost the Visibility of Research Undertaken and Published in the South

Ok, der sperrige Titel sagt eigentlich schon alles. Das Gros der wissenschaftlichen Publikationen aus dem globalen Süden wird international nicht wahrgenommen, stattdessen dominieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den USA und Europa den Markt. Doch wie kann die Sichtbarkeit von Wissenschaft aus dem globalen Süden erhöht werden? Erstens durch eine stärkere Präsenz von Fachjournals aus Südamerika, Afrika und Asien im Internet, zweitens durch die Sozialisierung von Redakteuren in strengere Qualitätsstandards und „impact factors“, drittens durch die Etablierung/Stärkung wissenschaftlicher Verlagswesen im globalen Süden.

International Studies Association: Writing a Great Abstract

Die diesjährige Jahreskonferenz der International Studies Association (ISA) ist gerade erst über die Bühne gegangen, da zeichnet sich schon die Deadline für die ISA 2015 ab. Wer also nach New Orleans reisen will, um dort ein Papier vorzustellen oder ein Panel zu organisieren, muss bis zum 1. Juni ein Abstract einreichen. Auch wenn das Template des perfekten Abstracts geheim bleibt, finden sich hier ein paar gute Hinweise, wie ein Abstract für die ISA – oder auch für jede andere Konferenz – idealerweise aussehen sollte.

The Verge: The Internet is Fucked

Ok, der Beitrag ist schon älter (von Februar diesen Jahres – omfg), aber erstens hab ich ihn erst jetzt entdeckt und zweitens ist der Titel einfach super. Genauso wie der letzte Satz: „We can still unfuck the internet“. Wie wir das anstellen können? Ach, lest es doch selbst…

Es gibt zu den Themen dieser Netzschau noch andere spannende Links? Dir fehlt ein wichtiger Hinweis? Wir freuen uns über Deine Ergänzungen und Anmerkungen in den Kommentaren!

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