IB Online (1/12): Eine kleine Netzschau

In der heutigen Netzschau gibt es – wieder im neuen Format – einen Blogpost zu Wissenschaft und Drogenhandel, der in der Blogosphäre für großes Aufsehen gesorgt hat. Außerdem habe ich zwei Paper und eine Fotostory zur Konfliktforschung verlinkt. Abschließend gibt es einen selbstreflexiven Beitrag zu Sinn und Zweck einer Netzschau.

How Academia Resembles a Drug Gang

Auf dem Blog von Alexandre Afonso – Politics. Markets. Walruses. – wurde in der letzten Woche eine hitzige Debatte ausgelöst. Dort wird die These aufgestellt, dass Arbeitsmärkte in der Wissenschaft verblüffende Ähnlichkeiten mit der Funktionslogik von Drogenkartellen hätten. Ausgangspunkt ist ein Artikel bzw. Buchkapitel, die fragen, warum Drogendealer noch bei ihren Müttern leben. Das erklärt einer der Autoren von Freakonomics, Steven Levitt, in diesem TedTalk:

Was hat das jetzt alles mit wissenschaftlichen Arbeitsverhältnissen zu tun? Kurzum, der Flaschenhals im Drogengeschäft ist mit sehr wenigen Aufstiegsmöglichkeiten sehr eng – ganz genau wie für Karrierechancen in der Wissenschaft. Oder wie Alexandre Afonso in Bezug auf die Dualisierung der Arbeitsmärkte zusammenfasst:

Dualisation is the strengthening of this divide between insiders in secure, stable employment and outsiders in fixed-term, precarious employment.

Gerade in Deutschland verblieben PostDocs als akademische Außenseiter in einem „Job-Limbo“ zwischen der Promotion und einer langfristigen Folgeanstellung.

Neben den inzwischen über 100 Kommentaren (still counting) unter dem Blogpost findet sich bei Duck of Minerva eine kritische Reaktion auf den provokativen Vergleich von Alexandre Afonso.

Where Do Warlords Come From?

Das fragt Chris Blattman auf seinem Blog und preist das Paper On the Origin of States: Stationary Bandits and Taxation in Eastern Congo von Raul Sanchez de la Sierra an, das aus der Perspektive der politischen Ökonomie die Herausbildung von alternativer, rudimentärer Staatlichkeit in Räumen gescheiterter Staatlichkeit untersucht. Das Paper stützt sich auf Feldstudien im Osten der Demokratischen Republik Kongo.

Internationale Anerkennung: Ein Mittel zur De-Eskalation des Nahostkonflikts? Fatah und Hamas im Vergleich

Nicht fehlen soll in dieser Netzschau ein Paper von Bretterblogger Janusz, das vergangene Woche auf sicherheitskultur.org veröffentlicht worden ist. Darin geht er der Frage nach, ob und unter welchen Umständen die politische Anerkennung nicht-staatlicher Gewaltakteure dazu führen kann, dass diese Gruppen sich in ihrer Gewaltanwendung mäßigen. Anhand der Fälle der palästinensischen Widerstandsgruppen Fatah und Hamas argumentiert Janusz, dass Anerkennung und Nicht-Anerkennung durchaus einen Einfluss auf die Form von nicht-staatlicher Gewalt haben können und eine Strategie der konditionalen Anerkennung ein adäquates Mittel zur De-Eskalation asymmetrischer Konflikte sein kann. Doch für die Details, werft selbst einen Blick in das Papier.

Grace, Bethlehem | Photo by Michael Rose via flickr (CC BY-NC-ND 2.0).

Grace, Bethlehem | Photo by Michael Rose via flickr (CC BY-NC-ND 2.0).

Palestinian Graffiti: Tagging Resistance

Welche Rolle Kunst bzw. StreetArt im Nahostkonflikt spielt, kann man sich in diesem Beitrag (und der dazugehörigen Fotoserie) von AlJazeera anschauen. Trotz der großen Rolle moderner Kommunikationsmittel bildeten Graffitis nach wie vor einen wichtigen Kommunikationsweg, um dem Widerstand gegen die israelische Besatzung eine Stimme zu geben.

Warum überhaupt eine Netzschau?

Immer interessante Linksammlungen mit einem Fokus auf entwicklungspolitische und anthropologische Themen gibt es bei Aidnography. Anlässlich der 100sten Jubiläumsaugabe hat Tobias Denskus in einer kurzen Selbstreflexion diskutiert, warum er überhaupt “Inhalte kuratiert”. Das lesen wir als Autoren der Netzschau natürlich besonders gespannt. Er hat drei Hauptgründe aufgezählt:

…forces me to stay connected, read and digest new content

…has turned into annotated bookmarks for my research

…is active social media training

Was meinst Du als Leser dazu? Da wir uns natürlich nicht nur mit uns selbst beschäftigen wollen, freuen wir uns über Anregungen, wie wir unsere Netzschau besser machen können. Alle bisher auf dem Bretterblog veröffentlichen Netzschauen findest Du hier.

Es gibt zu den Themen dieser Netzschau noch andere spannende Links? Dir fehlt ein wichtiger Hinweis? Wir freuen uns über Deine Ergänzungen und Anmerkungen in den Kommentaren!

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