Staat und Souveränität im 21. Jahrhundert

Titelbild von Thomas Hobbes' "Leviathan". Quelle: Wikipedia

Titelbild von Thomas Hobbes‘ „Leviathan“. Quelle: Wikipedia

Was wird aus dem Staat und der Souveränität? Dieser Frage geht eine viel versprechende Kasseler Tagung im Januar nach. Das Konferenzthema passt auch hervorragend zu einem der beliebtesten Bretterblog-Beiträge vom Oktober 2012 als ich fragte: Was bleibt von der Souveränität? Ein kurzer Aus- und Rückblick.

Als Autor eines Blogposts auf dem Bretterblog freue ich mich natürlich über jede Leserin und jeden Leser. Häufig freilich ist es scheinbar unberechenbar, welche Beiträge gut laufen und welche nicht. Denn die meisten lesen die Beiträge kurz nach ihrer Veröffentlichung. Scheint die Sonne, bleibt die Zahl der Leserinnen und Leser erheblich geringer als an durchwachsenen Tagen.

Eine Ausnahme stellt allerdings der Beitrag Was bleibt von der Souveränität? dar, der seit seiner Veröffentlichung im Oktober 2012 kontinuierlich aufgerufen wird. Selbst im „Sommerloch“ wurde er vielfach aufgerufen.

Ich deute dies mal als ein gutes Zeichen. Denn nach einer Zeit, in der zunächst das Verschwinden des Staates aus der Weltpolitik später ein grundlegender Formenwandel diagnostiziert wurde, scheint der Blick auf die Rolle des Staates wieder stärker in den Fokus zu rücken. Die Zeit dessen, was ich den Zivilgesellschaftshype nenne, ist vorbei.

Sicher: Private Akteure haben an Einfluss auf die Gestaltung internationaler Politik gewonnen. Aber diese Entwicklung ist in den IB vor einigen Jahren deutlich überschätzt worden. Spätestens der Aufstieg neuer Mächte – China, Indien, Brasilien und Südafrika – erinnert uns daran, von wem in erster Linie internationale Politik geprägt wird: von starken Staaten.

Auch deshalb ist es wichtig, dass wir uns wieder dem Staat stärker widmen. Besondere Aufmerksamkeit verdient hierbei nicht nur der Aufstieg neuer Mächte, sondern auch die Rezeption möglicher neuer ordnungspolitischer Vorstellungen durch Entwicklungsländer sowie die Reaktionen auf diese Trends in den USA und Europa. Zu fragen ist hier nicht nur nach Wirksamkeiten, sondern auch nach der Konstituierung der Bedeutung, die dem Staat in diesen Entwicklungen beigemessen wird. Erforderlich sind daher konzeptionelle Reflexionen ebenso wie intensive empirische Arbeit.

Diesen und ähnlichen Fragen geht nun auch eine viel versprechend klingende Tagung an der Universität Kassel nach, die am 30./31. Januar 2014 stattfinden wird: In einer ersten Sektion widmen sich Klaus Schlichte, Heike Holbig, Thomas Bierschenk und Birgit Sauer in erster Linie konzeptionellen Fragen. Nach der Bedeutung des Staates für Entwicklung fragt ein Panel mit Andreas Nölke et al., Johannes Plagemann, Bernhard Leubolt und meiner Wenigkeit. Das Verhältnis von Staat und Gesellschaft steht im Mittelpunkt der Vorträge von Stefan Pimmer, Matthias von Hau, Frederick Caselitz und Philip Fehling. Der Rentierstaat steht im Zentrum eines Panels mit Rachid Ouaissa, Katja Werthmann, Andreas Boeckh und Mathias Balz. Schwache Staaten werden wiederum in Vorträgen von Wolfgang Muno, Alke Jenss und Benjamin Brast thematisiert. Die Konferenz schließt mit Beiträge von Nicola Eschen, Christa Wichterich und Hans-Jürgen Burchardt.

Zu einem spannenden Thema scheinen mir daher einige spannende Beiträge zusammengetragen worden zu sein. Ich persönlich freue mich schon sehr auf eine anregende Konferenz, für die ich heute im Rahmen des Bretterblogs gern Werbung mache – zumal das Thema Was bleibt von der Souveränität? ja offenbar auch unter Euch und Ihnen auf Interesse zu stoßen scheint.

Interesse an der Tagung? Hier geht’s zur Konferenzhomepage.

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