IB Online (3/1): Eine kleine Netzschau

(Fast) alles, was das Netz in der vergangenen Woche hergegeben hat: ein bunter Strauß von lesenswerten ernsten und weniger ernsten, textlastigen und bewegten Beiträgen. Los geht’s.

Greift die R2P in Syrien?

Das Drama in Syrien ist über die Jahre bereits von vielerlei Seiten beleuchtet worden – ein seit Ausbruch der Gewalt immer wiederkehrendes Thema im Feuilleton wie in der Wissenschaft ist das der Responsibility to Protect, kurz R2P. Erfordert der Bürgerkrieg ein (militärisches oder/und nicht-militärisches) Eingreifen zum Schutz der Opfer und was können Dritte tun, wenn die R2P nicht greift? Ein ganz frisch erschienener Online-Reader von E-International widmet sich der Gültigkeit der R2P-Doktrin am Beispiel Syriens und bietet eine ganze Reihe prominenter Befürworter und Gründungsväter auf.

von Mstyslav Chernov/Unframe/http://www.unframe.com/photographers/102-mstyslav-chernov.html (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

von Mstyslav Chernov/Unframe/http://www.unframe.com/photographers/102-mstyslav-chernov.html (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons

Ukrainische Regierung smst Protestierenden

Vielleicht findet ihr, es ist ein alter Hut. Mir war es, obwohl die Meldung schon ein paar Tage alt ist, aber total neu. Wann kommt es auch schon einmal vor, dass eine Regierung Bürgern eine SMS schreibt? Und dann auch noch Bürgern, die eigentlich ihre Gegner sind, gegen sie protestieren und teilweise Gewalt anwenden? Ohne recherchiert zu haben: Selten. Oder bisher noch nie. Wie der Guardian berichtet, hat die Regierung der Ukraine Protestierenden auf den Straßen Kiews aber nun eine SMS geschrieben – vermutlich um sie abzuschrecken. Funktioniert hat es auf den ersten, entfernten Blick nicht. Bemerkenswert ist es allerdings.

Die Folgen des Verbots der Muslimbrüder in Ägypten

Es ist eine der ältesten Einsichten der Protest-, Konflikt- und Terrorismusforschung: Sind einem oppositionellen oder dissidenten Akteur legale Wege zur Ausübung seines Widerstands versperrt, besteht die Gefahr, dass er sich illegaler Mittel bedient, womöglich sogar militant wird und der Konflikt eskaliert. Die ideologische Radikalisierung und wachsende Militanz der Muslimbrüder ist die primäre drohende Konsequenz der Entscheidung ägyptischer Gerichte, die Muslimbrüder in Ägypten zu verbieten und der Regierung, sie zu einer Terrororganisation zu erklären. Diese und weitere Folgen des Verbots erläutert Carolin Goerzig im Sipo-Blog.

Über die Politik der Netzsicherheit („cybersecurity“)

Auf den Seiten des Monkey Cage ist vor einigen Tagen eine lesenswerte Serie zum Thema Internet und Sicherheitspolitik, sprich „cybersecurity“ gestartet. Es geht um die Politik in der Netzsicherheitspolitik. Dass Netzsicherheit ein imminent politisches (und ökonomisches) Problem ist, dürfte jedem klar sein. Worum es dabei allerdings wirklich geht, darüber werdet ihr hier aufgeklärt.

Heldenratten trainieren für ein minenfreies Mozambique

Heldenratten. Ein komischer Begriff, aber so lautet eben die direkte Übersetzung aus dem Englischen. Als „HeroRATs“ werden eine Schar von Ratten bezeichnet, die in Mozambique trainiert (und eingesetzt) werden, um Mensch und (anderem Ge-) Tier helfen sollen, von Landminen übersäte Ländern von dieser tödlichen Gefahr zu befreien.

A Day in the Life of a HeroRAT-in-Training

Mozambique selbst verfolgt das 1997 im Ottawa-Vertrag vereinbarte Ziel, dieses Jahr „minenfrei“ zu werden. Ob das gelingt sei dahingestellt, dürfte es doch schwierig sein mit Ratten oder ohne jede Landmine zu entschärfen. Außerdem droht der brodelnde Konflikt zwischen Regierung und Renamo zu eskalieren. Ein lohnenswertes politisches Ziel aber ist es allemal – und die nagenden Leichtgewichte anscheinend recht effektive Spürnasen.

Militärforschung an der Uni

Kein neues Thema, keine Frage. Es ist auch keine Diskussion im Sinne eines Austauschs von Argumenten, Positionen oder anderen Arten der Auseinandersetzung über Zeit. Stattdessen flirrt es immer mal wieder auf und birgt ein gewisses Wutbürger- und Denunziationspotential. Trotzdem ist die Auseinandersetzung wichtig. Das Deutschlandradio hat eine journalistisch-akademische Diskussionsrunde zum Thema „Militärforschung. Vermintes Wissenchaftsterrain“ ausgestrahlt (Podcast hier: http://www.deutschlandfunk.de/podcast-pisaplus.1181.de.podcast.xml). Eine gewisse Tendenz lässt sich bereits anhand des Titels erahnen. Die Debatte jedoch war, wenn auch teils etwas polemisch, durchaus ausgeglichen.

Akademische Fingerübungen

Jetzt mal ehrlich: Du gestikulierst doch auch wenn du redest, vor allem, wenn es kompliziert wird – im Seminarraum, im Büro und auf dem Flur. Wie das aussieht, kannst du auf Wired samt Text und im gif-Original hier im Blog zweier Masterstudierender aus London nachschauen. Oder was würden deine Hände machen, wenn du Dialektik sagst?

Es gibt zu den Themen dieser Netzschau noch andere spannende Links? Dir fehlt ein wichtiger Hinweis? Wir freuen uns über Deine Ergänzungen und Anmerkungen in den Kommentaren!

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: