IB Online (3/1): Eine kleine Netzschau

Diese Woche steht die Netzschau im Zeichen von politischem Wandel: Ob es um Saudi-Arabien, Griechenland oder Israel geht, um die Gates Foundation oder PEGIDA, überall wird politischer Wandel gefordert oder verneint. Wir geben einen Überblick. Viel Spaß!

collageSicherheitspolitik-Blog.de: Obama schaltet auf Angriff – Eindrücke zur diesjährigen Rede zur Lage der Nation

Marco Fey analysiert die diesjährige „state of the Union“-Rede des amerikanischen Präsidenten und zeigt dort natürlich die außenpolitischen Herausforderungen und Positionen Barack Obamas auf. Obama habe als zentrale Themen u.a. den Klimawandel und die weitergehende Diplomatie mit dem Iran. Besondere Bedeutung wurde beigemessen, dass das erste Mal seit 2001 in der „state of the union“ al-Qaeda nicht erwähnt wurde.

Fivethirtyeight.com: A Historical Look At The Immigration Of French Jews To Israel

Auch wenn Fivethirtyeight.com seit dem Aufkauf durch ESPN vermehrt in die Sportstatistik einsteigt (was mir sehr gefällt, gebe ich zu), so gibt es dennoch den ein oder anderen Beitrag von Nate Silvers Truppe, den ich hier verbloggen kann. Diesen hier zum Beispiel: warum wandern Juden nach Israel aus? Dies bringt Carl Bialik in einen zeitlichen Zusammenhang und betrachtet dabei auch die Herkunft der Einwanderer.

ForeignAffairs.com: Saudi Arabia’s Way Forward

Einen Kommentar zur Entwicklung Saudi-Arabiens nach dem Tod König Abdullah Bin Abdul Aziz möchte ich hier stellvertretend für die vielen jetzt geposteten Artikel verlinken. Hier wird die Meinung vertreten, dass sich an der saudi-arabischen Politik erstmal nichts ändern werde, da Abdullahs Nachfolger, König Salman, die politische Linie weiterverfolgen werde, die Abdullah eingeschlagen hat. Selber ein gemäßigter Reformer, muss Salman die gegnüberstehenden Interessen innerhalb des Königshauses austarieren und zähmen.

Sicherheitspolitik-Blog.de: Ankündigung: Blogforum „Kalifat des Terrors: Interdisziplinäre Perspektiven auf den Islamischen Staat“

Kollege Biene hat ein spannendes Blogforum zum Islamischen Staat organisiert: Nachdem wir hier letzte Woche schon den ersten Post quergebloggt haben, findet sich nun der offizielle Beginn des Forums auf den Seiten des Sipo-Blogs. „Das Ziel des heute startenden Blogforums ist es in den nächsten Wochen in gut verdaubaren Beiträgen blinde Flecken zu beleuchten, bereits bekannte Aspekte zu vertiefen, vermeintliche Gewissheiten aufzubrechen und so den Diskurs über „IS“ konstruktiv zu prägen.“ Ich bin schon gespannt, was wir da zu lesen bekommen – und dies kann sicher auch als weiterer Beweis gelten, warum wissenschaftliches Bloggen lohnenswert ist!

Jacobin Magazine: Understanding the Greek Communists

Mit einem sich zum Zeitpunkt des Schreibens dieser Netzschau abzeichnenden Sieg der linken Syriza Partei bei den Wahlen in Griechenland stellt sich für einige vielleicht noch die Frage, was die Partei von Alexis Tsipras eigentlich ist, woher sie kommt und was sie will. Dieser Artikel liefert dazu noch einmal interessante Hintergrundinfos und eine sehr umfassende Historisierung.

The Disorder of Things: Why Torture When Torture Does Not Work? Orientalism, Anti-Blackness and the Persistence of White Terror

Nachdem der amerikanische Senat den Bericht zu den Folter/Verhörmethoden der CIA im Krieg gegen den Terror freigegeben hat, stellt sich mehr denn je die Frage, warum überhaupt gefoltert wird, wenn das eh nichts bringt. Melanie Richter-Montpetit schreibt genau zu dieser Frage auf dem Blog der Disorderistas und stellt dazu die These auf, dass die amerikanischen Foltermethoden nicht nur durch „gendered racial-sexual grammars of Orientalism“ geprägt sei, sondern auch eine Grammatik der Anti-Blackness und die Produktion des schwarzen Körpers als Stelle der Versklavung und Offenheit für dankbare Gewalt. Interessant zu lesen.

Titanic: Gärtners kritisches Sonntagsfrühstück: Schon auch rechtsradikal

Stefan Gärtner kommentiert den Artikel, den Werner J. Patzelt, seines Zeichens Politikwissenschaftler an der TU Dresden, der FAZ in den Block diktiert hat: Patzelt apologiert hier eine Darstellung der Pegida-Anhänger herbei, die rechts zu nennen nur dem linken Meinungsdiktat gelingen konnte. In Wahrheit spreche hier ja nur der Volkswille, der von den linken Mainstreammedien an den Rand gedrängt worden sei. Gärtner ordnet diesen, pardon, Müll passend ein: „Der Patzelt versteht’s als gutgemeinten Rat „zum Wohl unseres Landes“ und „unserer pluralistischen, repräsentativen Demokratie“. Mir klingt es eher wie eine kleine faschistische Phantasie, die an genau jenem Diskurs teilnehmen darf, der derlei doch, dachte ich, so streng verbietet.“ Dazu auch Publikative.org. Oder die Göttinger Politikwissenschaftler.

Monkey Cage: Grading the 2015 Bill and Melinda Gates letter on poverty alleviation

Jährlich schreiben Bill und Melinda Gates einen Offenen Brief, um ihre Strategie zur Bekämpfung von Weltarmut und Leid in der Welt darzulegen. Der aktuelle Brief findet sich hier. Auf dem Monkey Cage gibt es dazu eine Einordnung: Insgesamt wäre der diesjährige Brief wohl ein „B“, so Chris Blattman, der Autor des Blogposts. Seine Gründe: Der Brief der Gates übertreibe, biete Lösungen für Staaten, die auch ohne die Lösungen voran kommen würden und spielt schwierige Hindernisse herunter. Weitere Kommentare zum Brief finden sich auch bei der Humanosphere und dem UN Dispatch.

Es gibt zu den Themen dieser Netzschau noch andere spannende Links? Dir fehlt ein wichtiger Hinweis? Wir freuen uns über Deine Ergänzungen und Anmerkungen in den Kommentaren!

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